EKD-Ratsvorsitzender Huber: "Klare Grenzziehung" gegen islamistische Neigungen

Meldung kurz | epd - Landesdienst Bayern

EKD-Ratsvorsitzender Huber: "Klare Grenzziehung" gegen islamistische Neigungen

Die Europäer sollten nach Überzeugung des EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber (Berlin) ihr Verständnis von Religion und Politik "selbstbewusst vertreten". Diese Vermittlung sei wichtig für den Dialog mit dem Islam, schreibt der Berliner Bischof in einem Beitrag für die Süddeutsche Zeitung (Donnerstag-Ausgabe). Während in Deutschland das Verhältnis von Kirche und Politik auf einer institutionell verankerten Religionsfreiheit beruhe, sei dem Islam die Unterscheidung von Politik und Religion "fremd". Deshalb sei eine "klare Grenzziehung" unvermeidlich, wenn diese mangelnde Unterscheidung zwischen Politik und Religion zu "manifest islamistischen Neigungen" führe.

Auch der Islam in Deutschland müsse daraufhin befragt werden, was er zu den Voraussetzungen beitragen könne, auf die der freiheitlich säkularisierte Staat angewiesen sei. Trotz der Schwierigkeiten, die aus dem unterschiedlichen Grundverständnis zu Staat und Religion erwachsen könnten, sollte die Haltung gegenüber dem Islam von der Bereitschaft zur Toleranz und dem Willen zur Integration bestimmt sein, betont Huber.

(Artikel vom 24.03.2005)