Gemeinsames Gebet soll ökumenische Impulse geben

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Gemeinsames Gebet soll ökumenische Impulse geben

Handreichung zum Vaterunser - Bischof Friedrich begrüßt katholisches Papier

Zur Vorbereitung auf den Ökumenischen Kirchentag 2010 in München sollen Christen das "Vaterunser" als ihr gemeinsames Gebet neu entdecken. Eine Handreichung dazu hat das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) München offiziell vorgestellt.

Der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich erwartet von den Vorschlägen für das gemeinsame Beten und Handeln ökumenische Impulse. Die Ortsgemeinden sowie kirchlichen Gruppen und Verbände sollten die Broschüre "unbedingt nutzen", sagte Friedrich als einer der Kirchentagsgastgeber. Die Handreichung eigne sich gut, um Gottesdienste und Andachten ökumenisch zu gestalten oder an Ostern eine gemeinsame Auferstehungsfeier vorzubereiten.

Die katholische Theologieprofessorin Dorothea Sattler (Münster) hatte in ihren Erläuterungen zur Arbeitshilfe gesagt, dass Vaterunser biete die Möglichkeit, viele der heute oft besprochenen ökumenischen Fragen zu thematisieren. Auch stehe die Ökumene vor der Herausforderung, gemeinsam Antwort zu geben auf Glaubenszweifel und existentielle Nöte.

Bischof Friedrich warnte abermals vor zu hohen Erwartungen auf dem Weg der Kirche zur Einheit. "Ein gemeinsames Abendmahl wird es beim Ökumenischen Kirchentag nicht geben", unterstrich Friedrich, der an der Spitze von rund 2,6 Millionen Protestanten in Bayern steht und Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirchen Deutschlands (VELKD) ist.

Allerdings bedauerte es Friedrich, dass die ZdK-Handreichung nicht gemeinsam mit der evangelischen Kirche veröffentlicht worden sei. Die Arbeitshilfe hatte der Arbeitskreis "Pastorale Grundfragen" des ZdK knapp zwei Jahre lang beraten. Dem Gremium gehört als Mitglied auch der Paderborner Theologieprofessor für Evangelische Religionslehre, Harald Alfred Schroeter-Wittke, an.

Der Sprecher des Arbeitskreises, der Paderborner Jurist Hans-Georg Hunstig, kündigte bei der Veranstaltung in München an, eine ergänzende Praxishilfe mit weiteren Beispielen zum Umgang mit dem "Vaterunser" vorlegen zu wollen. Diese solle auch Stimmen aus der evangelischen Kirche enthalten und auch andere christliche Kirchen sowie jüdische Glaubensvertreter zu Wort kommen lassen.

Internet: www.zdk.de.www.oekt.de

(Artikel vom 02.12.2008)