Öffentliches Erinnern an Nazi-Verbrechen weiterhin wichtig

Meldung kurz | epd - Landesdienst Bayern

Öffentliches Erinnern an Nazi-Verbrechen weiterhin wichtig

Junge Deutsche leiden unter Schweigen ihrer Vorfahren

Die öffentliche Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten muss über die diesjährigen Gedenkveranstaltungen zum Ende des Weltkriegs und der braunen Diktatur hinaus gehen. Das hat der Psychotherapeut und Zeithistoriker Jürgen Müller-Hohagen (Dachau) am Sonntag beim Zeitfragengottesdienst in der evangelischen Kreuzkirche in München betont. Das sei auch nötig, um den jungen Deutschen einen Anstoß dazu zu geben, sich über die Betroffenheit der eigenen Familie klar zu werden. Auch in der dritten und vierten Nachkriegsgeneration litten noch viele Menschen unter dem Schweigen ihrer Vorfahren, sagte der Autor einer Untersuchung zu den Spätfolgen der NS-Zeit "Verleugnet, verdrängt, verschwiegen", die kürzlich im Kösel-Verlag (München) erschienen ist.

(Artikel vom 10.04.2005)