Christus-Monument in Franken geplant
Christus-Monument in Franken geplant
Größte Statue der Welt soll nun nach Wassertrüdingen kommen
Die in Bad Reichenhall abgelehnte größte Christusstatue der Welt soll nun im mittelfränkischen Wassertrüdingen errichtet werden. Entsprechende Medienberichte bestätigten der Bürgermeister der 6.000-Einwohnerstadt, Günther Babel, sowie der Hamburger Investor Harry Vossberg dem epd. Der Entwurf für den 55 Meter hohen segnenden Heiland mit Kirche samt Orgel im Sockelbereich stammt von dem niederbayrischen Künstler Ludwig Valentin Angerer (Biburg).
Der Stadtrat habe in nichtöffentlicher Sitzung fast einstimmig dafür plädiert, die planungsrechtlichen Grundlagen für das 20-Millionen-Euro-Projekt zu schaffen, sagte Babel. Neben der Statue sei ein über "Pilgerwege" verbundenes Hotel mit 185 Betten geplant. Von dem Projekt erhoffe er sich wirtschaftliche Impulse und ein touristisches Alleinstellungsmerkmal für Wassertrüdingen und das Umland, so der Bürgermeister. Auch als evangelischer Christ befürworte er die Absicht des katholischen Künstlers Angerer, im 21. Jahrhundert ein weithin sichtbares Bekenntnis zum christlichen Glauben abzulegen.
Vossberg, mit seiner Dresdner Firma ICF Enterprises bundesweit als Projektentwickler tätig, beschrieb sich im epd-Gespräch als "nüchternen, hanseatischen Protestanten". Die monumentale Figur eines segnenden Heilands - 20 Meter höher als die berühmte Christusstatue auf dem Corcovado in Rio de Janeiro - sei für ihn Ausdruck seines christlichen Glaubens. Er verbürge sich für eine seriöse Finanzierung des Projekts.
Seine für die Errichtung der Statue mit anderen Geschäftsleuten gegründete "Christliche Initiative Predigtstuhl" (CIP) nennt Vossberg nun "Christliche Initiative Pax". Nach dem Scheitern des Christus-Projekts in Bad Reichenhall haben nach seinen Angaben mehrere Kommunen in Deutschland und Österreich Interesse signalisiert. Derzeit führe er aber keine Verhandlungen über Alternativstandorte zu Wassertrüdingen.
Das Christusprojekt in Bad Reichenhall war nach Vossbergs Einschätzung vor allem am Widerstand der katholischen Kirche gescheitert. Der evangelische Wassertrüdinger Dekan Hermann Rummel sagte, er sei über die Christusfigur nicht gerade begeistert, wolle aber auch keinen Widerstand leisten. "Die Größe entspricht nicht gerade unserer protestantischen Frömmigkeit, aber es gibt keine theologischen Gründe dagegen", so Rummel. Vom katholischen Dekan Christian Löhr war keine Stellungnahme zu erhalten. Örtlichen Kommunalpolitikern zufolge verhalte sich die katholische Kirche bislang neutral.


