Freie Wähler für Sonntagsschutz

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Freie Wähler für Sonntagsschutz

Treffen von Parteispitze und Kirchenleitung

Die Freien Wähler in Bayern unterstützen das kirchliche Eintreten für den Sonntagsschutz und für eine zweite Pflichtberatung bei Spätabtreibungen. Der Sonntag als "Tag der Regeneration" sei unverzichtbar, bekräftigte der Landes- und Fraktionsvorsitzende Hubert Aiwanger bei einem Treffen mit der Kirchenleitung der evangelischen Landeskirche in München.

Der arbeitsfreie Sonntag dürfe keinesfalls ohne Not aufgegeben werden, unterstrich dabei Landesbischof Johannes Friedrich. Bei diesem Ruhetag handele es sich schließlich um eine über Jahrhunderte gewachsene kulturelle Errungenschaft der Gesellschaft, hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Auch die kirchliche Forderung nach einer weiteren verpflichtenden Beratung bei Spätabtreibungen findet bei den Freien Wählern Zustimmung. Eine Politik, die das ungeborene Leben schützen will, müsse in der Gesellschaft ebenso konsequent den Raum schaffen für ein "Ja zum Kind mit Behinderung", sagte Aiwanger. Schwangerschaftsabbrüche würden oftmals wegen einer Behinderung des ungeborenen Kindes vorgenommen, berichtete die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler. Dabei stünden Schwangere, die bei einer vorgeburtlichen Untersuchung erfahren, dass ihr Kind behindert sein könnte, häufig unter großen zeitlichen und psychischen Druck, rasch eine Abtreibung vornehmen zu lassen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland spricht sich für eine gesetzlich geregelte Beratungspflicht und eine dreitägige Bedenkzeit vor einer Spätabtreibung aus. Die Zahl der sogenannten Spätabtreibungen nach der 22. bzw. 23. Schwangerschaftswoche lag bundesweit in den vergangenen Jahren offiziellen Angaben zufolge bei jeweils rund 200. Politische Unterstützung für eine gesetzliche Neuregelung bei Spätabtreibungen und beim Erhalt des Sonntagsschutzes hatte Ende Januar auch die FDP in Bayern der Landeskirche zugesagt.

Weiter wurde bei dem Treffen die finanzielle Förderung konfessioneller Schulen erörtert. Die Freien Wähler stimmten der Forderung zu, dass der Staat private und staatliche Schulen dabei gleich behandeln müsste.

(Artikel vom 20.02.2009)