Kircheneintrittsstelle bleibt erhalten
Kircheneintrittsstelle bleibt erhalten
Wer seinen Austritt aus der evangelischen Kirche rückgängig machen möchte, soll in Nürnberg weiterhin eine zentrale Anlaufstelle haben. Die im Jahr 2006 eröffnete erste evangelische Kircheneintrittsstelle Bayerns soll nach Beschluss der Kirchenleitung mindestens bis 2011 erhalten bleiben, wie das Dekanat Nürnberg mitteilte. Ursprünglich war das Projekt bis Sommer 2009 befristet.
Bisher haben rund 400 Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Berufsgruppen in der Kircheneintrittsstelle ihren Eintritt oder Wiedereintritt in die evangelische Kirche vollzogen. Mehrere hundert ließen sich in Fragen des Glaubens und der Kirchenmitgliedschaft beraten. Eine wissenschaftliche Begleituntersuchung hatte der Kircheneintrittsstelle hervorragende Arbeit bescheinigt.
Der übliche Weg zum Wiedereintritt ist die Vorsprache beim örtlichen Pfarrer oder Pfarrerin. Um Schwellenängste zu umgehen, wurde mit dem Pilotprojekt eine unkomplizierte zweite Möglichkeit geschaffen. Der Nürnberger Kircheneintrittsstelle sind inzwischen zwei weitere in München und Augsburg gefolgt.
Im vergangenen Jahr haben 20.283 Menschen der evangelischen Kirche in Bayern den Rücken gekehrt, etwa 5.000 mehr als im Jahr 2007. Dem standen 3.671 Eintritte gegenüber. Als Grund für die gestiegenen Austrittszahlen gilt die wirtschaftliche Lage, die Kirchendistanzierte verstärkt an das Einsparen der Kirchensteuer denken lässt.


