Für die vollen Rechte behinderter Menschen

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Für die vollen Rechte behinderter Menschen

Messe der Behindertenwerkstätten in Nürnberg

Für die uneingeschränkte Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung sind Sozialexperten bei der bundesweiten Messe der Behindertenwerkstätten in Nürnberg eingetreten. Wenn die UN-Forderung nach voller Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ernst genommen werde, rücke Deutschland dem Ziel einer sozialen und barrierefreien Solidargesellschaft näher, sagte Günter Mosen (Frankfurt), Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten. Die Konvention wurde von der Bundesrepublik im vergangenen Jahr als einem der ersten Staaten ratifiziert.

Die gleichberechtigte Teilhabe Behinderter sollte eine Selbstverständlichkeit sein, bekräftigte die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU). "Jeder von uns kann schon morgen ein Mensch mit Behinderung sein", sagte sie. Die Ministerin beklagte die ungenügende Bereitschaft von Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes, Behinderten einen Arbeitsplatz zu geben. Je mehr die Wirtschaft unter Druck gerate, desto schwerer hätten es Menschen mit Handicap. Dazu komme der Abbau einfacher Tätigkeiten. Die Folge sei ein starker Zulauf zu den Werkstätten.

Als zentrale Herausforderung der Behindertenpolitik nannte Haderthauer den Umgang mit der stark wachsenden Zahl altgewordener Behinderter. Für sie müssten spezielle Wohneinrichtungen in Nähe zur Werkstatt gebaut werden, damit die soziale Anbindung an das gewohnte Arbeits- und Lebensumfeld erhalten bleibe. "Bestehende Heime passen für diesen Zweck nicht", sagte sie.

Bei der Messe der Behindertenwerkstätten waren 226 Aussteller vertreten. Insgesamt gibt es in Deutschland über 700 Werkstätten mit 270.000 Beschäftigten.

(Artikel vom 20.03.2009)