Biser: Neuer Papst kann Bewegung in katholische Sexualmoral bringen
Biser: Neuer Papst kann Bewegung in katholische Sexualmoral bringen
In der Frage der Verhütung kann durch den neuen Papst nach Auffassung des renommierten katholischen Theologen Eugen Biser (München) Bewegung in die katholische Kirche kommen. Es sei sehr wohl vorstellbar, dass Joseph Ratzinger zum Thema Verhütung eine andere Position einnehme als sein Vorgänger, sagte Biser in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (Freitagsausgabe). Für Afrika sei es lebensnotwendig, dass das kirchliche Kondom-Verbot aufgehoben werde. Denn gegen ein Millionenproblem wie Aids könne nicht mit einer rigiden Sexualmoral angegangen werden.
Die Wahl könne für Ratzinger eine Befreiung von seinem bisherigen Amt als Präfekt der Glaubenskongregation gewesen sein, sagt Biser. Denn in dieser Funktion, die ihm "offensichtlich nicht auf den Leib geschrieben war", habe Ratzinger automatisch "ein Bremser und ein Kritiker" sein müssen. Als Papst sei er der Herr seiner eigenen Situation.


