Kirchentagsbeauftragte: Es gibt großes Interesse an Ökumene
Kirchentagsbeauftragte: Es gibt großes Interesse an Ökumene
Über 10.000 Gäste beim Bremer Infostand zum Ökumenischen Kirchentag 2010
Nach dem Kirchentag ist vor dem Kirchentag. Beim christlichen Laientreffen in der norddeutschen Hansestadt Bremen richten sich bereits die Blicke auf den Ökumenischen Kirchentag im kommenden Jahr in der bayerischen Landeshauptstadt München.
Mehr als 10.000 Gäste wurden bisher in zwei Tagen am gemeinsamen Informationsstand des Münchner Erzbistums und der bayerischen Landeskirche beim Evangelischen Kirchentag in Bremen begrüßt, wie Vertreter beider Kirchen am Freitag mitteilten. Beide Kirchen präsentieren sich dort als Gastgeber des Zweiten Ökumenischen Kirchentages 2010 und informieren über das Großereignis.
"Es gibt ein wirklich großes Interesse an Ökumene", erklärten die Beauftragten des Erzbistums sowie der bayerischen Landeskirche für den Ökumenischen Kirchentag, Ordinariatsrat Armin Wouters und Pfarrerin Andrea Wagner-Pinggéra. Das werde bei der Vorbereitung sehr helfen, so Wouters. Die evangelische Kirchentagsbeauftragte stellte fest: "Die Leute haben ein Bedürfnis über Ökumene zu reden und ihre Erfahrungen auszutauschen." Rund acht Prozent der rund 100.000 Dauerteilnehmer des Kirchentags in Bremen gehören nach Angaben der Veranstalter der römisch-katholischen Kirche an.
Am Infostand gebe es von morgens bis abends dichtes Gedränge. Hier sei eine "unglaubliche Zusammengehörigkeit" zu spüren, so die Theologin. Im Gästebuch stehe ein Wunsch ganz oben auf der Liste, das Bedürfnis nach einem gemeinsamen Abendmahl. Für Wagner-Pinggéra und Wouters ist klar, dass die konkrete Zusammenarbeit zwischen den Konfessionen in München im Mittelpunkt stehen wird.
Für ein gemeinsames Abendmahl von Protestanten und Katholiken sprach sich in Bremen unterdessen der Wittenberger evangelische Pfarrer Friedrich Schorlemmer aus. Evangelische und katholische Christen sollten sich gastweise gegenseitig zum Abendmahl einladen. Eine solche Praxis könne der offiziellen Theologie vorangehen, sagte Schorlemmer. "Wenn ihr es innerlich für möglich haltet, tut es." Die Kirchenvolksbewegung "Wir sind Kirche" kritisierte in Bremen, dass vor dem Zweiten Ökumenischen Kirchentag die Hoffnung auf ein Ende der Trennung beim Abendmahl von den Kirchenleitungen zunichte gemacht werde. Der Magdeburger katholische Bischof Gerhard Feige sagte dagegen, dass Abendmahl sei ein sensibles Thema, bei dem man sich nicht gegenseitig unter Druck setzen sollte.
Das Abendmahl ist eines der zentralen Symbole der Christenheit. Katholischen Christen untersagt Rom die Teilnahme am evangelischen Abendmahl grundsätzlich, weil evangelische Pfarrer nicht gültig geweiht seien und daher die Sakramente nicht rechtmäßig verwalteten. Aus evangelischer Sicht sind alle getauften Christen zum Abendmahl zugelassen.
Der Bremer Kirchentag dauert noch bis Sonntag und wird mit der Einladung zum Laientreffen nach Bayern enden. Der Ökumenische Kirchentag in München wird vom 12. bis 16. Mai 2010 unter dem Leitwort "Damit Ihr Hoffnung habt" stattfinden. Die Veranstalter erwarten dazu weit mehr als 100.000 Dauerteilnehmer.
Internet: www.oekt.de.


