Keine Zeit mehr für die Jugendstunde

Meldung kurz | epd - Landesdienst Bayern

Keine Zeit mehr für die Jugendstunde

Evangelische Jugend beklagt Leistungsdruck durch Schulreformen

Die Schulreformen G8 und R6 machen der Evangelischen Jugend in Bayern Sorgen. Die Kinder und Jugendlichen stünden nunmehr unter so hohem Leistungsdruck, dass für zusätzliche Angebote der Jugendarbeit wie etwa Gruppenstunden kaum mehr Zeit bleibe, beklagten die 120 Delegierten des evangelischen Landesjugendkonvents bei ihrer am Sonntag in Pappenheim zu Ende gegangenen Jahrestagung. "Die Schule schluckt sämtliche Ressourcen", sagte Daniel Kupp, Vorsitzender der Ehrenamtlichen-Gremiums.

Seit dem PISA-Schock werde Bildung nur noch durch die Schulbrille gesehen, kritisierten die ehrenamtlichen Jugendarbeiter. Die Förderung eigenständiger Persönlichkeiten durch die Jugendarbeit bleibe auf der Strecke. Kooperationen zwischen Schule und Jugendarbeit seien möglich, allerdings müsse die Schule die Jugendarbeit als gleichwertigen Partner anerkennen. "Billige Ersatzaufpasser" seien die Jugendarbeiter nicht. Erste Erfahrungen in schulbezogener Jugendarbeit zeigten, dass sowohl Schüler wie auch Lehrer die Angebote als Bereicherung betrachteten.

(Artikel vom 09.05.2005)