Malen gegen die Erinnerung
Malen gegen die Erinnerung
Ausstellung: Max Mannheimer verarbeitet KZ-Erlebnisse in Bildern
Rund 20 überwiegend abstrakte Gemälde des jüdischen KZ-Überlebenden Max Mannheimer zeigt die Friedrich-Ebert-Stiftung bis 21. August im Münchner Bayernforum. Malen sei für Mannheimer Therapie gewesen, sagte die Vorsitzende des Ottobrunner Kunstvereins, Doris Laves-Wegat, bei der Ausstellungseröffnung. Hunderte von Bildern habe Mannheimer geschaffen, um sich das erlebte Grauen im Konzentrationslager von der Seele zu malen.
Mannheimer sei ein "emotionaler und vielschichtiger Maler", dessen Werke Finsternis, Schrecken, aber auch Freude ausdrücken, sagte Laves-Wegat. Dunkle Bilder wechselten sich mit farbenfrohen ab. Zudem zeige er Freude am Experimentieren, verwende beispielsweise Spray-Techniken oder bringe Lack auf Papier und kratze dann die Formen aus.
Durch die Malerei sei sich Mannheimer und seiner Vergangenheit neu begegnet, sagte Hildegard Kronawitter, Vorsitzendes der Weiße-Rose-Stiftung. Sie würdigte den 89-Jährigen, der seit 1986 deutschlandweit in Schulen über seine Erlebnisse im Konzentrationslager spricht, als "großen Streiter für die demokratische Kultur".
In den ersten Jahren seiner Schaffenszeit hat sich Mannheimer auf Landschaftsmalerei konzentriert, später durch Kandinsky beeinflusst und weil er "kein guter Zeichner sei", wie er zugab, vor allem auf abstrakte Malerei. Das erste Bild Mannheimers stammt aus dem Jahr 1954 und zeigt die Kapelle St. Bartholomä am Königssee (Oberbayern). "Es ist kitschig, aber es hat mir viel Freude gemacht und war wie eine Therapie für mich", sagte Mannheimmer, der sich den hebräischen Künstlernamen "Ben Jakov" ("Sohn des Jakob") in Erinnerung an seinen Vater zugelegt hat. Seit 1975 sind seine Bilder in Ausstellungen auf der ganzen Welt zu sehen.
Die Ausstellung ist bis 21. August montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Internet: www.bayernforum.de.


