Auslese an Schulen schafft hohe Mehrkosten

Meldung kurz | epd - Landesdienst Bayern

Auslese an Schulen schafft hohe Mehrkosten

Lehrerverband: Geld besser in Förderunterricht stecken

Das strenge Auslesesystem an bayerischen Schulen schafft hohe Kosten für den Staatshaushalt. Darauf hat der Bayerische Lehrer und Lehrerinnenverband (BLLV) in den beiden jüngsten Ausgaben seines Verbandsmagazins "BLLV - Bayerische Schule" hingewiesen. In der April-Ausgabe werden Mehrkosten von 210 Millionen Euro für rund 52.000 Schüler errechnet, die pro Jahr eine Klasse an Grund-, Haupt-, Realschulen und Gymnasien wiederholen müssen. In der Mai-Ausgabe werden Mehrausgaben von 92 Millionen Euro kritisiert, die jährlich durch rund 17.000 Abbrecher an Gymnasien entstehen.

Der BLLV fordert, dass die strenge Auslese aufgehoben und das ersparte Geld in Förderunterricht gesteckt wird. Mit dem eingesparten Betrag von 302 Millionen Euro könnten mehr als 4.500 Lehrerstellen mit Vollzeitbeschäftigung geschaffen werden. "Es bleibt der Verdacht, dass die Mehrausgaben als notwendiger Preis für eine Sozialpolitik verstanden werden, der soziale Differenz und Segregation wichtiger sind als gesellschaftliche Integration", heißt es in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift.

(Artikel vom 23.05.2005)