SPD löst Debatte um nächtliches Verkaufsverbot von Alkoholika aus
SPD löst Debatte um nächtliches Verkaufsverbot von Alkoholika aus
Grüne und FDP für mehr Prävention - (Zusammenfassung)
Die Forderung der bayerischen SPD-Gesundheitspolitikerin Kathrin Sonnenholzner nach strengeren Reglementierungen beim Alkoholausschank an Jugendliche treffen auf heftigen Widerspruch von FDP und Grünen. Sie hatte am Montag dafür plädiert, dass Kioske und Tankstellen ab 22 Uhr keinen Alkohol mehr ausschenken sollen.
Was in Baden-Württemberg funktioniere, müsse auch in Bayern möglich sein, erklärte Sonnenholzner am Montag bei der Vorstellung eines Antragspakets ihrer Fraktion zum Thema Alkohol und Jugendliche. Auch sogenannte Flatrate-Parties sollten verboten werden. Dabei verwies sie auf "schockierende Zahlen" aus dem offiziellen Drogen- und Suchtbericht, wonach die Zahl der behandelten Kinder und Jugendlichen zwischen zehn und 20 Jahren bundesweit rapide nach oben gegangen sei.
Die jugendpolitische Sprecherin der FDP, Julika Sandt, nannte Sonnenholzners Forderungen populistisch. Verbote stellten den Präventionsgedanken in den Schatten. Diese sollten offenbar kaschieren, dass der Staat das drängende Problem des Jugendalkoholismus nicht allein lösen könne, so Sandt. "Wir brauchen die Gesamtanstrengung von Eltern, Schulen, Wirtschaft, Kirchen und Verbänden."
Die Gesundheitspolitikerin der Grünen, Theresa Schopper, erklärte, der gesetzliche Rahmen sei durch ein Ausschankverbot an Jugendliche unter 18 Jahren ausreichend. Der Jugendschutz müsse aber konsequent gewährleistet und die Prävention gestärkt werden.
Die Grünen lehnen wie auch die SPD eine ärztliche Meldepflicht von Alkoholvergiftungen an die Jugendämter ab. Es sei wichtig, das Vertrauensverhältnis in der medizinischen Versorgung nicht zu gefährden. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche bei einer Alkoholvergiftung den Weg ins Krankenhaus meiden würden oder ihre Freunde sie liegen lassen, um ihnen Schwierigkeiten zu ersparen. Für die Meldepflicht hatte sich die bayerische Sozial- und Familienministerin Christine Haderthauer (CSU) ausgesprochen.
Laut Sonnenholzner wurden 2006 insgesamt 19.423 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung in eine Klinik eingeliefert werden, ein Jahr später bereits waren es 23.165. In Bayern gibt es nach offiziellen Angaben 21 Beratungsstellen, die jungen Menschen mit Alkoholproblemen Hilfe anbieten.


