Bischöfe rufen zu Frieden und Solidarität auf

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Bischöfe rufen zu Frieden und Solidarität auf

Weihnachtspredigten thematisieren Krisen und Klimakatastrophe - (Feiertagszusammenfassung)

Der katholische Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, appellierte an die Gläubigen, trotz Wirtschafts- und Klimakrise nicht in Hoffnungslosigkeit zu versinken. Krisen forderten heraus zum Handeln, Verändern und Lernen, sagte Marx im Münchner Liebfrauendom. Menschen sollten nicht von Defiziten und Fehlern ausgehen, sondern im Rahmen ihrer Möglichkeiten Chancen nutzen.

An die mitunter erbärmliche Situation von Kindern in aller Welt erinnerte die Regionalbischöfin für München und Oberbayern, Susanne Breit-Keßler. Christen dürften nicht hinnehmen, dass Kinder unter Hunger und Armut litten oder für Kriege versklavt werden, forderte sie in ihrer Predigt in der Münchner Himmelfahrtskirche.

Für Veränderungen bei der Bildung und Erziehung von Kindern in Deutschland plädierte die Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern. Es dürfe nicht sein, dass Noten das Selbstwertgefühl junger Menschen bestimmten, Hauptschüler sich schon in der neunten Klasse abgeschrieben fühlten und das Pauken für Schüler zum Lebensinhalt werde.

Mehr Solidarität mit benachteiligten Menschen mahnte der Regionalbischof für Augsburg und Schwaben, Michael Grabow, an. Christen dürften sich nicht scheuen, den Mund aufzumachen und Vorbild zu sein für eine andere, nachhaltigere Lebensweise, sagte Grabow in der Augsburger Annakirche.

Das nächste Jahr wird den Menschen nach Ansicht des Regensburger Regionalbischofs Hans-Martin Weiss beispielsweise durch die Wirtschaftskrise viel abverlangen. Deshalb sollten sie sich nach ihren Möglichkeiten solidarisch für soziale Belange einsetzen. An den Feiertagen sollten sich die Menschen ferner Zeit nehmen, um über sich und ihr Leben nachzudenken. Neben den Jahresrückblicken in den Medien empfahl der Regionalbischof eine persönliche Rückschau. Dabei sollten auch die Erfolge nicht ausgeblendet werden.

Der Regionalbischof im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg, Christian Schmidt, forderte die Menschen auf, negative Gefühle an den Feiertagen nicht zu verdrängen. "Wir müssen das Leben so nehmen, wie es wirklich ist", sagte Schmidt. Dazu gehörten auch Schmerz, Leid, Kränkungen und die Angst vor dem Tod. Die Geburt Christi erinnere Menschen daran, auf Gott zu vertrauen.

(Artikel vom 26.12.2009)