Immer mehr junge Menschen sind einsam - Telefonseelsorge erwartet auch an Silvester wieder viele Anrufe
Immer mehr junge Menschen sind einsam - Telefonseelsorge erwartet auch an Silvester wieder viele Anrufe
Einsamkeit war an Heilig Abend wieder der Hauptgrund, warum Menschen die Telefonseelsorge angerufen haben. Nach den Feiertagsdiensten hat der Leiter einer der größten bayerischen Telefonseelsorgestellen in Augsburg, Franz Schütz, die Anrufstatistik ausgewertet. Dem epd sagte er am Dienstag, seine Mitarbeiter hätten am 24. Dezember allein 45 Gespräche mit Anrufern geführt, die sich einsam fühlten. "Normalerweise rufen aus diesem Anlass etwa 20 Menschen pro Woche an", betont Schütz. Immer mehr junge Leute hätten den Kontakt zu ihrer Familie verloren.
An den anderen Feiertagen waren die Gesprächsanlässe vor allem Konflikte in der Familie oder Streitigkeiten um das Besuchsrecht bei Kindern. Viele Hilfesuchende litten zudem an psychischen Krankheiten. Nach Schütz' Erfahrung werde auch an Silvester die Zahl der Anrufe sehr groß sein. "Für viele ist dieser Tag ein Anlass, Bilanz zu ziehen", sagt er. In den Vorjahren hätten an diesem Abend immer wieder Menschen mit ihrem Suizid gedroht. Das Jahr über drehen sich bei der Telefonseelsorge knapp ein Prozent der Gespräche um eine Selbstmord-Absicht, an den Feiertagen am Jahresende sind es in der Regel fünf, so die Statistik der ökumenischen Einrichtung.
Die von den beiden großen Kirchen getragene Telefonseelsorge ist gebührenfrei aus jedem Orts- und Mobilfunknetz unter den bundeseinheitlichen Rufnummern 0800/1110111 und 0800/1110222 erreichbar. Sie ist das ganze Jahr rund um die Uhr besetzt.


