Koptische Christen demonstrieren für Menschenrechte

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Koptische Christen demonstrieren für Menschenrechte

Die Koptische Kirche in Deutschland ruft zu Solidaritätsdemonstrationen für ägyptische Christen an diesem Samstag (16. Januar) auf. Kundgebungen sind in München, Stuttgart, Hannover, Düsseldorf und Berlin geplant, wie Pfarrer Hanna Josua vom Verein Evangelische Ausländerseelsorge (Weissach im Tal/Rems-Murr-Kreis) am Donnerstag mitteilte.

Die Koptische Kirche will damit gegen Morde an Christen im ägyptischen Nag Hamadi am 6. Januar protestieren. Sie wurden vor ihrer Kirche nach der Feier des Weihnachtsfestes von Attentätern niedergeschossen. Bei dem Anschlag starben sieben Menschen, weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

Kopten würden als christliche Minderheit in Ägypten systematisch diskriminiert. Verbrechen gegen sie blieben oftmals ungesühnt, hieß es. Seit Mitte Dezember seien täglich Anschläge auf Kirchen und Christen zu verzeichnen, auch in anderen vom Islam geprägten Staaten wie Irak, Iran, Algerien, Indonesien oder Pakistan. Es gehe nun darum, gleiche Menschenrechte für alle Bürger einzufordern. Die Demonstrationen sollen die Forderungen der koptischen Christen an die ägyptische Regierung öffentlich machen. Dazu zählen eine wirksame Strafverfolgung bei Verbrechen, die Respektierung der Menschenrechte, insbesondere der Religionsfreiheit, und Maßnahmen zur Respektierung der Kopten.

Die Organisatoren der Demonstration vermissen entsprechendes Engagement in Deutschland. "Wer in Deutschland seine Stimme erhebt anlässlich der Ermordung von Marwa El-Sharbini und zum Minarettverbot in der Schweiz, sollte das auch an dieser Stelle tun", fordern sie. Bedauerlicherweise hätten sich auch die evangelischen Landeskirchen noch nicht konkret dazu geäußert.

(Artikel vom 14.01.2010)