Armutsrisiko in Bayern im Ländervergleich gering
Armutsrisiko in Bayern im Ländervergleich gering
Das Armutsrisiko ist in Bayern und Baden-Württemberg laut einer Studie am niedrigsten. Berlin hat unter allen Bundesländern das höchste Armutsrisiko. Nach einer Ländervergleichsstudie der Bertelsmann-Stiftung zählt Berlin den höchsten Anteil von Beziehern staatlicher Transferleistungen beim Lebensunterhalt wie Hartz IV, wie die Stiftung am Montag in Gütersloh mitteilte. Knapp 20 Prozent der Hauptstadtbewohner seien auf Unterstützung vom Staat angewiesen, ergab die Untersuchung "Die Bundesländer im Standortwettbewerb 2010". Untersucht wurde der Zeitraum 2006 bis 2008.
Im Freistaat Bayern und im benachbarten Baden-Württemberg war demnach durchschnittlich nur jeder 20. Einwohner auf staatliche Hilfen angewiesen. Insgesamt zeige sich sowohl im Westen als auch im Osten Deutschlands mit Blick auf Armutsrisiken beziehungsweise soziale Absicherung ein deutliches Nord-Süd-Gefälle, lautet ein Befund der Expertengruppe unter Leitung des Würzburger Wirtschaftswissenschaftlers Norbert Berthold.
Die Bertelsmann Stiftung nannte als einen entscheidenden Faktor für das Armutsrisiko eines Bundeslandes den Anteil junger Alleinerziehender. Diese seien tendenziell eher von Armut bedroht als Paare, erklärte Gunter Thielen vom Vorstand. Dies sei eine Ursache für den großen Unterschied zwischen West und Ost. Liege der Anteil der Alleinerziehenden unter 20 Jahren in den neuen Bundesländern durchschnittlich bei 35 Prozent, so schwanke der Anteil im Westen von rund 16 Prozent in Baden-Württemberg bis rund 22 Prozent im Saarland.
Einen relativ geringen Anteil an Transferempfängern gibt laut der Studie ebenso in Rheinland-Pfalz mit sieben Prozent sowie in Hessen und im Saarland mit je neun Prozent. Damit sei die soziale Absicherung in diesen Ländern überdurchschnittlich hoch. Mit einem Anteil von jeweils rund zehn Prozent Sozialleistungsempfängern liegen Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen im Mittelfeld.
Auch Hamburg (13 Prozent) und als einziges ostdeutsches Bundesland Thüringen (zwölf Prozent) zählen die Forscher zur mittleren Gruppe. Schlusslichter - vor Berlin - sind Sachsen und Brandenburg (14 Prozent) sowie Sachsen-Anhalt, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern (17 Prozent).
Internet: www.bertelsmann-stiftung.de


