Integrationsrat in Bayern nimmt Arbeit auf

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Integrationsrat in Bayern nimmt Arbeit auf

Bundeswehrhauptmann aus dem Jemen: "Man kann sich in Deutschland integrieren"

Ein bayerischer Integrationsrat ist am Dienstag zu seiner ersten Sitzung zusammengekommen. Nach Angaben des Integrationsbeauftragten der Staatsregierung, Martin Neumeyer (CSU), handelt es sich um ein 50-köpfiges, ehrenamtlich tätiges Gremium. Ihm gehören sowohl Migranten als auch Vertreter von Parteien, Ministerien, Kirchen, Gemeinden und Bildungseinrichtungen an. "Wir wollen wirklich etwas erreichen", sagte Neumeyer anlässlich der Konstituierung.

Ein von Neumeyer vorgelegtes Papier beschäftigt sich mit der Frage, wie die Mehrheitsgesellschaft für das Thema zu gewinnen sei. Zur Integration von Ausländern gebe es keine Alternative. "Wir werden infolge der Alterung auch weiterhin Zuwanderung brauchen", bekräftigte der Integrationsbeauftragte. Sowohl in seiner als auch in anderen Parteien sei es jedoch oft schwierig, das Thema Integration voranzubringen.

Der Integrationsrat soll laut Neumeyer zwei Mal jährlich zusammenkommen. Darüber hinaus sollen sich vier sogenannte Ad-hoc-Ausschüsse mit den Themen bürgerschaftliches Engagement von Migranten, Schutz vor Zwangsprostitution, Gesundheitsvorsorge und Überwindung von Werteklischees beschäftigen.

Neumeyer räumte ein, dass bei der Bildung des Integrationsrats zwei Organisationen vergessen worden seien. Nachträglich würden der Flüchtlingsrat und der Dachverband Türkisch-Islamische Union (DITIB) als Teilnehmer aufgenommen.

Die im Integrationsrat mitwirkende Politologin Stella Okech stammt aus Uganda und will "Frauen motivieren, aus sich etwas zu machen". Ekaterina Skakovskaya, die russischsprachige Elternkurse gibt, sieht sich als "Brückenbauerin". Said AlDailami, gebürtiger Jemenite und Hauptmann bei der Bundeswehr bekräftigt: "Ich will zeigen, es geht. Man kann sich integrieren".

(Artikel vom 19.01.2010)