Bayreuther Regionalbischöfin warnt vor militantem Atheismus
Bayreuther Regionalbischöfin warnt vor militantem Atheismus
Mit einer geistlichen Vertiefung soll die Kirche der Herausforderung durch steigende Austrittszahlen begegnen. Bei einer Veranstaltung im Evangelischen Bildungszentrum Alexandersbad bezeichnete es die oberfränkische Regionalbischöfin Dorothea Greiner (Bayreuth) am Wochenende als ihren "Herzenswunsch", dass vor allem haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter eine solche Vertiefung erfahren.
Greiner wies auf das Wiedererstehen eines "selbstbewussten bis militanten Atheismus" hin. Dieser sei zweifellos durch das bewusst antikirchliche und antireligiöse DDR-Regime erstarkt. Einen weiteren Grund für vermehrte Kirchenaustritte sieht die evangelische Theologin in der verstärkten Institutionenkritik der Gesellschaft.
Alle Institutionen, von den Parteien bis zur Feuerwehr, bekommen Greiner zufolge gegenwärtig ihre nachlassende Attraktivität zu spüren. Kirchliche Mitarbeiter müssten überdies gegen schwindendes Glaubenswissen ankämpfen. Besonders schmerzlich sei es, wenn Menschen beim Kirchenaustritt zum Ausdruck brächten, dass sie die Kirche für ihren Glauben an Gott nicht mehr bräuchten. Christlicher Glaube komme ohne eine gepflegte Gemeinsamkeit nicht aus.
Zur gewünschten geistlichen Vertiefung könnte nach Überzeugung Greiners unter anderem eine gelebte Ökumene beitragen. Wichtige geistliche Impulse gingen vor allem von den evangelischen Kommunitäten Selbitz und Schwanberg aus. "Wir sollten nicht atemlos hetzend unsere Arbeitsschritte tun, sondern immer wieder bei der Quelle unseres Lebens innehalten", forderte Greiner.


