Glück warnt vor Zersplitterung einzelner Verbandsinteressen im Hospizbereich
Glück warnt vor Zersplitterung einzelner Verbandsinteressen im Hospizbereich
CSU diskutiert über Hospize und Palliativstationen
Der CSU-Politiker Alois Glück hat vor einer Zersplitterung einzelner Verbandsinteressen im Hospizbereich gewarnt. Bei einem Fachgespräch der CSU-Landtagsfraktion sagte er am Dienstag im Landtag, im Sinne der Schwerstkranken müsse eine flächendeckende Vernetzung in Bayern gelingen. Nach offiziellen Angaben gibt es im Freistaat derzeit 140 Hospizvereine und mehr als 5.000 ehrenamtliche Begleiter.
Der frühere bayerische Landtagspräsident Glück hält es für unerträglich, dass zigtausende Menschen wegen struktureller Mängel bei der Versorgung mehr leiden müssten als nötig. "Hospize und Palliativstationen dürfen kein Nischenthema bleiben", unterstrich der 70-Jährige, der seit November an der Spitze des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ist. Glück ist auch katholischer Präsident des Zweiten Ökumenischen Kirchentages, der Mitte Mai in München stattfindet.
In einem Papier des CSU-Sozialpolitikers Joachim Unterländer wird gefordert, in allen Einrichtungen der stationären Alten- und Pflegeheime ein Palliativangebot als Regelleistung vorzusehen. Sozialministerin Christine Haderthauer ergänzte, Sterbebegleitung müsse ein fester Bestandteil von Alten- und Pflegeheimen werden.
Der Vorsitzende des bayerischen Palliativ- und Hospizverbandes, Erich Rösch, berichtete, dass von den 140 Hospizvereinen nur 66 den bayerischen Fördertopf in Anspruch nähmen. Das liege an der 18-monatigen Vorlaufzeit, die die Vereine aber meist nicht vorfinanzieren könnten. "Wir haben keine Landesbank, auf die wir zurückgreifen können", sagte Rösch. Als positives Beispiel nannte er Rheinland-Pfalz, wo die staatliche Unterstützung von Hospizvereinen viel früher einsetze.


