Elektronisches Erinnerungsbuch
Elektronisches Erinnerungsbuch
Digitale Datenbank erinnert an jüdisches Leben in Unterfranken
Als neuartiges elektronisches Erinnerungsbuch gilt die Datenbank "Juden in Unterfranken", die ab sofort im Internet zugänglich ist. "Mir ist nichts Vergleichbares bekannt", sagte der Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern und Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Würzburg, Josef Schuster, am Dienstag dem epd.
Aufbauend auf eine Dokumentation jüdischer Friedhöfe am Bayerischen Untermain werde durch Vernetzungen mit zahlreichen weiteren Quellen das vielfältige jüdische Leben in Franken von etwa 1800 bis zur Auswanderung oder Deportation deutlich, so Schuster. Der Würzburger Internist hofft auf eine kontinuierliche Erweiterung der kostenlos abrufbaren Informationen und Dokumente.
Mit Hilfe der Datenbank lassen sich die Lebenswege von etwa 5.000 Personen jüdischen Glaubens nachvollziehen. Sie wurde in fünfjähriger Arbeit mit Unterstützung der Stadt und des Bezirks Unterfranken vom Förderverein Haus Wolfsthalplatz erstellt, der eng mit dem jüdischen Museum Aschaffenburg zusammenarbeitet.
Die Kombination von digital erfassten Friedhofsdaten mit unterschiedlichen standesbezogenen Angaben ist nach den Worten des Vereinsvorsitzenden Josef Pechtl "sonst nirgendwo zu finden". Sie stelle eine Fundgrube für Historiker, Familienforscher und lokale Geschichtsinitiativen dar und solle mit deren Hilfe ständig auf den neuesten Stand gebracht werden. "Die Arbeit geht eigentlich erst richtig los", so Pechtl.
Der neuartige Versuch, Spuren jüdischer Gemeinden in großer Bandbreite zusammenzuführen, wurde vom Institut für Fränkische Landesgeschichte der Universität Würzburg unterstützt. Die Datensammlung kann nach Voranmeldung im Portal "Historisches Unterfranken" des Instituts abgerufen werden.
Internet: www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/friedhoefe/HausWolfsthalplatz


