Friedensbewegung erneut zu Münchner Sicherheitskonferenz eingeladen - Pax Christi-Mann Thomas Mohr: Neuer Stil im Umgang mit Kr
Friedensbewegung erneut zu Münchner Sicherheitskonferenz eingeladen - Pax Christi-Mann Thomas Mohr: Neuer Stil im Umgang mit Kritikern
Ein Vertreter der Friedensbewegung hat erneut als Beobachter die internationale militärische Sicherheitskonferenz in München am Wochenende verfolgt. Wie im vergangenen Jahr nahm der Psychologe Thomas Mohr (48) von der katholischen Basisbewegung Pax Christi am Treffen hochrangiger Politiker, Wirtschaftsvertreter und Militärs aus aller Welt teil. "Natürlich hat sich die Konferenz allein durch meine Teilnahme nicht verändert, aber es wird immerhin ein neuer Stil der Konferenzleitung im Umgang mit Kritikern spürbar", sagte Mohr.
"Wahre Sicherheit" könne "nie gegeneinander, nur miteinander erreicht werden". Diesen Gedanken versuche die Friedensbewegung in die Konferenz einzubringen, sagte Mohr. Seinem Eindruck nach sei die Sicherheitskonferenz von einem Grundvertrauen in Militär und Rüstung geprägt. "Als Pazifisten möchten wir ermutigen zu einem Grundvertrauen in Gewaltfreiheit und Verständigung, damit gemeinsame Regeln für eine faire Weltinnenpolitik entwickelt werden können.?
Vor der dreitägigen Sicherheitskonferenz hatten sich Vertreter von 11 Friedensgruppen mit dem Konferenz-Leiter Wolfgang Irschinger zu einem zweistündigen Gespräch getroffen und um Unterstützung für den Aufbau von weiteren Teams der Zivilen Konfliktbearbeitung (ZKB) geworben, die als Mittler zwischen verfeindeten Gruppen tätig sein können. Die Arbeit dieser Teams werde auch von Militärs geschätzt, da sie "innere, nachwachsende Sicherheit" entwickelten, nachdem "kurzfristige äußere Sicherheit" durch militärische Intervention hergestellt sei, betonte Tilman Evers (Bonn), Vorstand des Forums Ziviler Friedensdienst (ZFD), ein Zusammenschluss von 40 Friedensgruppen.
Die Friedensbewegung hatte erneut eine "Internationale Friedenskonferenz" als Gegenveranstaltung zur Sicherheitskonferenz organisiert. Bei der Hauptveranstaltung im Münchner Alten Rathaus am Samstagabend forderte die frühere Abgeordnete der Demokraten im US-Repräsentantenhaus und heutige Spitzenpolitikerin der amerikanischen Grünen, Cynthia McKinney, US-Präsident Obama auf, die Menschenrechte für alle Völker, "also auch für die Palästinenser", zu sichern. Die amerikanische Politik sei im Nahen Osten in einer Sackgasse.
Die Vertreterin der Basisbewegung "red juvenil" (Netz der Jugend) aus Kolumbien, Alejandra Londono, berichtete von einer wachsender Zahl junger Menschen in ihrem Land, die den Kriegsdienst verweigern und sich an Projekten der Gewaltfreiheit beteiligen. Der britisch-irische Autor Michael Henderson erklärte, dass Reue und Vergebung Teil des Versöhnungsprozesses von ehemals verfeindeten Gruppen und Völkern sein müsse. Dies habe sich nach dem 2. Weltkrieg, aber auch bei heutigen erfolgreichen Friedensbemühungen in Südafrika, Nordirland oder Australien gezeigt. (0193)


