Bischof Weber: Kirchen haben nur gemeinsam eine Zukunft
Ökumenische Konsultation tagt in Freising
Die Kirchen werden viele Aufgaben nach Ansicht des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland, Bischof Friedrich Weber, künftig nur gemeinsam bewältigen können. Kirche sei in Zukunft nur in ökumenischer Gemeinschaft glaubwürdig, erklärte der evangelische Braunschweiger Landesbischof am Montag in Freising bei München.
Zu Beginn der diesjährigen Ökumenischen Konsultation der ACK sagte Weber, dabei gehe es beispielsweise um Gewalt in der Gesellschaft, Schöpfungsbewahrung, ökonomische Gerechtigkeit und Ansätze für ein friedliches Zusammenleben. Auf dem bis Mittwoch dauernden Treffen von rund 90 Vertretern aus Kirchen und Basisgruppen stünden Themen, die deutlich machten, dass die Kirchen über allen noch verbliebenen Differenzen in Fragen der Lehre, "Glieder der einen Kirche Jesu Christi sind."
Der Bischof rief dazu auf, Elend, Hunger, Katastrophen und Terror nicht hinzunehmen. Diese seien der ideale Nährboden für neue Gewalt. In ökumenischer Gemeinschaft müssten "die Ausdrucksformen des Bösen und der Gewalt" beim Namen genannt und bekämpft werden. "Dieser Widerstand gehört zu den menschlichen und zu den politischen Aufgaben. Wir müssen ihn nur so leisten, dass darüber nicht neues Unrecht entsteht", sagte Weber laut Redetext. So sei Frieden mehr als Abwesenheit von Krieg, nämlich gemeinschaftliches Leben in gerechten Beziehungen.
Die Teilnehmer des Freisinger Treffens wollen vor allem über Alternativen zur gegenwärtigen Globalisierung diskutieren. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen Klima, Wirtschaft und Gewalt. Die Diskussionsergebnisse sollen in die Internationale Ökumenische Friedenskonvokation einfließen, die im Mai 2011 auf Jamaika stattfindet. Die Freisinger Konsultation bildet den Abschluss der Dekade zur Überwindung von Gewalt und wird von der ACK und dem Netzwerk Offenes Forum zur "Dekade zur Überwindung von Gewalt" veranstaltet. (0202)