Bischof Friedrich sieht viele neue Beziehungen zwischen Christen und Juden
Jahresempfang Evangelischer Unternehmer in Münchner Kultusgemeinde
Zwischen Christen und Juden gibt es heute nach Ansicht des bayerischen evangelischen Landesbischofs Johannes Friedrich viele neue Verbindungen. Um die gewachsenen guten Beziehungen habe sich vor allem die Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, verdient gemacht, erklärte Friedrich am Montagabend in München. Mit ihrer klaren und offenen Haltung habe sie eine Weg eröffnet, in dem sich heute Juden und Christen auf Augenhöhe begegnen könnten. Die 77-jährige Knobloch beendet ihre Amtszeit als Präsidentin des Zentralrats der Juden im November.
Bischof Friedrich sprach beim Jahresempfang Evangelischer Unternehmer (AEU), der in den Räumen der Israeltischen Kultusgemeinde stattfand. Die Wahl des Veranstaltungsortes wertete er als ein Zeichen dafür, wie viele Verbindungen zwischen Juden und Christen in den vergangenen Jahren neu gewachsen seien.
Vor den Unternehmern stellte Friedrich klar, dass eine Gesellschaft nicht ohne Wirtschaft auskomme. Wirtschaftliches Handeln sei Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. "Wirtschaft und Gesellschaft sind keine entgegen gesetzten Größen", erklärte der Bischof. Ferner würdigte er die Arbeit des Verbandes, die sich zu einem unverzichtbaren Bindeglied zwischen Wirtschaft und Kirche entwickelt habe. In den 44 Jahren seines Bestehens sei es darin möglich gewesen, gesellschafts- und sozialpolitische Fragen konstruktiv zu diskutieren.
Ausdrücklich dankte Friedrich dem scheidenden Sprecher der oberbayerischen Regionalgruppe des AEU, Peter Barrenstein, für sein langjähriges Engagement. Der Direktor bei der Unternehmensberatung McKinsey ist seit vielen Jahren im kirchlichen Bereich ehrenamtlich aktiv und gehört als berufenes Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an. (0205)