Mit Freiwilligenarbeit in die Gesellschaft
Münchner Ehrenamtsprojekt vom "Europäischen Jahr gegen Armut" ausgewählt
Von Gisela Dürselen (epd)
Parea kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Miteinander". Ein Name, der gut zu dem Münchner Verein passt, der Menschen mit Migrationshintergrund ehrenamtliche Arbeit vermittelt. Das Projekt "Treffpunkt Ehrenamt - begegnen und bewegen" wurde anlässlich des "Europäischen Jahres 2010 gegen Armut und soziale Ausgrenzung" aus rund 800 Projekten ausgewählt. Das Bundessozialministerium entschied sich bundesweit für 40 Projekte, die der Bund und die Europäische Union (EU) mit insgesamt 1,4 Millionen Euro unterstützen.
Der Verein "Parea" unterstützt Migranten mit sogenannten "Mikroprojekten". Vor allem sozial isolierte Frauen und Männer sollen für ehrenamtliche Tätigkeiten gewonnen werden. Damit jeder den Job bekommt, der ihn interessiert, bemühen sich die Vereinsmitglieder um möglichst viele Projektpartner: Stadtteil-Läden und Eine-Welt-Läden, Kindergärten und Naturschutzorganisationen. Auf ihren Einsatz werden die Freiwilligen gut vorbereitet mit Deutschkursen, rechtlichen Informationen zum Ehrenamt und konkrete Hinweise.
Das Ehrenamtsprojekt entstand aus dem Impuls, dass in München mehr als 300.000 Menschen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit gemeldet sind: Vielen von ihnen fällt der Einstieg in den Beruf schwer, weil sie entweder keine ausreichenden beruflichen Qualifikationen haben oder ihre Berufsausbildung in Deutschland nicht anerkannt wird. "Parea" will den Menschen eine Möglichkeit eröffnen, ihre Fähigkeiten in die Gesellschaft einzubringen und Kontakte zu knüpfen. Gleichzeitig sollen die Teilnehmer Sprachkompetenz, Erfahrung und Selbstbewusstsein bekommen. Die Angebote sind auch für Menschen in den Asylunterkünften gedacht.
"Parea" wurde 2007 von zehn engagierten Münchnern gegründet, die "Vielfalt fördern und auf dieser Basis ein gutes Zusammenleben ermöglichen" wollen. Bisher unterstützte "Parea" ein Kinderheim in Simbabwe und eine Schulpartnerschaft in Malawi. Geplant ist ferner ein generationenübergreifendes Wohnprojekt für Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen.
Das Europäische Jahr gegen Armut und Ausgrenzung wurde infolge der Lissabon-Strategie der Europäischen Union von 2000 ausgerufen: Eines der Ziele der Lissabon-Strategie war, binnen zehn Jahren die Armut in Europa zu beseitigen. Ein Anspruch, der sich bisher nicht erfüllte: Nach Schätzungen der EU leben 79 Millionen Menschen - also 16 Prozent aller EU-Bürger - unterhalb der Armutsgrenze. 19 Millionen davon sind Kinder.
Abgesehen von dem Verein "Parea" bekommen in Bayern drei weitere Projekte finanzielle Unterstützung vom Bund und der EU: Die Münchner "Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration" will mit einer Theateraufführung "Step up to your life!" Jugendliche dazu animieren, sich mit dem Thema Armut auseinander zu setzen. Das Münchner "Institut für Angewandte kulturelle Bildung" bietet ein Präventionsprojekt "Bist Du sicher?", um Schülerinnen und Schüler aus sozialen Brennpunkten bei der Integration zu unterstützen. Und das Amt für Weiterbildung der Volkshochschule Regensburg möchte Migranten passgenau eine Tätigkeit vermitteln.
Internet: www.parea-ev.eu [1]; www.mit-neuem-mut.de [2] (0291)