logo
Veröffentlicht auf EPV - Evangelischer Presseverband für Bayern (http://www.epv.de)

Katholiken in der CSU wollen das Katholische stärken-

Katholiken in der CSU wollen das Katholische stärken-

Thomas Goppel wird Sprecher der "ChristSozialen Katholiken"

Der CSU-Politiker Thomas Goppel ist am Montag vom Parteivorsitzenden Horst Seehofer zum Sprecher der ChristSozialen Katholiken (CSK) ernannt worden. Die CSK ist eine vor wenigen Tagen gegründete Kommission, die den Katholiken in der CSU eine "neue Heimat" geben soll, sagte Goppel, auf den die CSK zurückgeht, dem epd. Die Protestanten in seiner Partei hätten bereits seit 56 Jahren einen eigenen Arbeitskreis.

"Das Selbstverständliche, das Katholische, ist lange nicht in Erinnerung gerufen worden", heißt es in einem Papier Goppels zur Gründung der Kommission. Bei CDU und CSU würden beständig lutherische Grundsätze artikuliert und vorgestellt, katholische dagegen so gut wie nicht benannt, sondern als selbstverständliches Gedankengut vorausgesetzt. Der CSK gehe es um den "Bestandsschutz". Denn es sei zu beobachten, dass Minderheiteninteressen "ins Kraut schießen", heißt es in Goppels Papier weiter.

Dass mit Alois Glück, dem Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ein CSU-Politiker bereits eine bedeutende Stimme habe, beantwortet Goppel so: "Glück ist in die Kirche hinübergewandert." Er, Goppel, wolle den Katholiken in seiner Partei eine eigene Stimme geben. Es sei "dringend an der Zeit, die Diskussionen um gesellschaftliche Grundsätze nicht auf vermeintlichen Korrekturbedarf zu beschränken, sondern auch um den Bestandsschutz zu führen", heißt es im eigentlichen Gründungspapier.

Dort steht unter anderem auch: "Wenn nach dem Sinn und Zweck einer altruistisch angelegten Selbstverwirklichung nicht mehr gefragt wird, macht sie Zug um Zug einem die Gemeinschaft gefährdenden Egoismus Platz." Die ChristSozialen Katholiken verstünden sich nicht als Alternative zum evangelischen Arbeitskreis der CSU, sondern als "Wettbewerber um den besseren Weg für alle zu einem gemeinsamen Ziel". Das Gründungspapier endet mit dem Hinweis: "Auch wenn uns mancher für überflüssig hält, wir kommen und sind sicher: Man wird bemerken, dass wir da sind."

Auf die epd-Frage, ob die CSK Fundamentalisten seien, antwortete Goppel: "Da lache ich." Weder bei den Marienbrüdern noch bei den Piusbrüdern sei diese neue Kommission zu finden. Ihr gehe es darum, dass "die Aufhebung gültiger Normen und Regeln durch schrittweise und schleichende Korrektur im gesellschaftlichen Tagesprozess nicht fortgesetzt werden darf".

Nach Goppels Angaben gibt es 120 CSK-Mitglieder. 25 bis 30 seien Mandatsträger. Plattform der ChristSozialen Katholiken sei das Internet. Als "unverzichtbare Prinzipien" nennt das Gründungspapier "Einmaligkeit der Individuen", "Verpflichtung zur Hilfe", "Subsidiarität" sowie "Toleranz". (0395)

(Artikel vom 08.03.2010)

URL:
http://www.epv.de/node/5458