250 Jahre Bayreuther Synagoge

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

250 Jahre Bayreuther Synagoge

Vermutlich ältestes jüdisches Gotteshaus mit aktiver Gemeinde

Bayreuths Israelitische Kultusgemeinde feiert am Sonntag (14. März) das 250-jährige Bestehen ihrer Synagoge. Der barocke Sakralbau ist nach Angaben von Gemeindevorstand Felix Gothart das vermutlich älteste jüdische Gotteshaus in Deutschland, das noch von einer aktiven Gemeinde genutzt wird.

Die Synagoge wurde am 15. März 1760 eingeweiht. Die jüdische Gemeinde in der Residenzstadt des Fürstentums Bayreuth zählte damals, ein Jahr nach ihrer Neugründung, gerade mal zehn Familien. Wohltäter der Gemeinde und Bauherr der Synagoge war der Hofbankier Moses Seckel, der beim aufgeklärten Landesherrn, Markgraf Friedrich, hohes Ansehen genoss.

Einen Tiefpunkt in der Geschichte des Gotteshauses stellte die Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 dar. Damals verwüsteten Vandalen der SA und SS vor allem das Innere der Synagoge. Eine Brandlegung scheiterte an der unmittelbaren Nachbarschaft zum Markgräflichen Opernhaus. Nach Kriegsende wurde die Synagoge mehrmals renoviert.

Im vergangenen Jahr rückte der Sakralbau wieder in den Blickpunkt. Ein international renommiertes Architektenteam stellte eine Machbarkeitsstudie über eine umfassende Umgestaltung und bauästhetische Wiedergutmachung vor.

Bei der Jubiläumsfeier am Sonntag wird die Leiterin des Historischen Museums der Stadt Bayreuth, Sylvia Habermann, die geschichtliche Situation der Stadt und der jüdischen Gemeinde zur Zeit des Markgrafen Friedrich beleuchten. (0404)

(Artikel vom 09.03.2010)