Ökumenisches Miteinander statt konfessionellem Geplänkel
Ökumenisches Miteinander statt konfessionellem Geplänkel
Frühjahrstagung der Landessynode zu Ökumene und kirchlicher Stellenplanung
Von der Frühjahrstagung der bayerischen Landessynode, die am Sonntag in Weiden beginnt, erwartet Synodalpräsidentin Dorothea Deneke-Stoll (Ingolstadt) einen Schub für die Ökumene. Das Kirchenparlament der 2,6 Millionen bayerischen Protestanten wird sich neben der zukünftigen Verteilung der Pfarrstellen mit der Situation der Ökumene beschäftigen. Wenn die Kirchen ihre christlichen Positionen nach außen deutlich machen wollen, können sie das "nur in einem Miteinander und ohne konfessionelles Geplänkel tun", sagte Deneke-Stoll in einem epd-Gespräch. Vor Ort in den 4.000 katholischen und 1.530 evangelischen Kirchengemeinden in Bayern finde das ökumenische Leben bereits "ganz selbstverständlich" statt.
Der Ökumenereferent der bayerischen Landeskirche, Oberkirchenrat Michael Martin (München), sieht "immense Fortschritte" in der Beziehung der evangelischen und katholischen Kirche. Ein überzeugendes Beispiel dafür sei die Möglichkeit der "Gemeinsamen Eheschließung", sagte Martin in einem epd-Gespräch. Dadurch werden Ehepartner, die in einer konfessionsverschiedenen Ehe zusammenleben, nicht aus der Sakramentsgemeinschaft ihrer angestammten Kirche ausgeschlossen. Die großen Fortschritte in der Ökumene hätten dazu geführt, dass es jetzt ans "Eingemachte" und um die letzten großen theologischen Fragen gehe, wie etwa das gemeinsame Abendmahl.
Auf der Weidener Tagung müssen die 108 Synodalen, in der Mehrzahl Laien, auch grundlegende Entscheidungen über die Personalplanung fällen. Die neue Landesstellenplanung, die dem Kirchenparlament von Oberkirchenrat Helmut Völkel (München) vorgelegt wird, sieht einen Abbau an Pfarrstellen und theologisch-pädagogischem Personal in Höhe von 90 Stellen vor. Der Grund dafür ist die Abnahme der Kirchenmitglieder von 2,76 Millionen im Jahr 2003 auf jetzt knapp 2,6 Millionen. Das Verhältnis der Zahl der Gemeindemitglieder und Pfarrer werde sich jedoch nicht verschlechtern. Deshalb werde es auch zu keinem Abbau der kirchlichen Struktur in der Fläche und in der Seelsorge kommen, betont der kirchliche Personalchef.
Die Synodaltagung beginnt am Sonntag mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Weidener Michaelskirche, bei dem Kardinal Walter Kasper, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, predigen wird. Am Montag stellt Landesbischof Johannes Friedrich dem Kirchenparlament, das bis Donnerstag tagen wird, seinen traditionellen Bericht zur Lage der Kirche vor. (0500)


