Erstmals Gedenkfeier für Außenlager von KZ Dachau

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Erstmals Gedenkfeier für Außenlager von KZ Dachau

Burgauer Bürger sind für ein eigenes Mahnmal

Von März 1944 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs gab es in Burgau ein Außenlager des KZ Dachau. Zu einer Erinnerungsfeier für die Opfer des Lagers haben am Donnerstag erstmals evangelische und katholische Kirchengemeinden und die Stadt eingeladen. "Wir wollen mahnendes Erinnern", sagte der evangelische Pfarrer Martin Diederich vor 120 Bürgern der schwäbischen Kleinstadt. "Es geht nicht um eine Frage der Schuld, sondern darum für die Zukunft zu lernen."

Die Versammlung unterstützte in zahlreichen Wortmeldungen das Vorhaben einer Burgauer Initiative, in der Stadt eine Gedenkstätte oder ein Mahnmal für die Opfer des KZ-Außenlagers zu errichten. Damit sei Burgau das zehnte von über 150 Außenlagern des KZ Dachau, das sich um eine Erinnerungskultur bemühe, hieß es. Auf dem Gelände des ehemaligen Lagers steht heute eine Wohnsiedlung.

Die Burgauer Stadtarchivarin Martina Wenni-Auinger berichtete, dass in Burgau vermutlich weit mehr als bisher 18 namentlich bekannte ungarische Juden ums Leben gekommen seien. Zwei Transporte mit jeweils 500 Juden aus den Konzentrationslagern Ravensbrück und Bergen-Belsen hätten Anfang März 1944 Burgau erreicht. Die meisten der Gefangenen seien aber "mehr tot als lebendig gewesen", so Wenni-Auinger. Das wisse man aus den Berichten eines Burgauer Arztes. Zeitzeugen hätten erzählt, dass nachts Leichen an unbekannte Orte abtransportiert worden seien. Zum ursprünglich geplanten Arbeitseinsatz in der Flugzeugfertigung im sogenannten Werk Kuno 2 seien die Häftlinge nicht mehr in der Lage gewesen, erläuterte die Archivarin. (0815)

(Artikel vom 30.04.2010)