Deutsches Museum zeigt Ausstellung über Computer-Erfinder Zuse

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Deutsches Museum zeigt Ausstellung über Computer-Erfinder Zuse

Konrad Zuse gilt als Erfinder des Computers. Das Deutsche Museum in München widmet dem deutschen Ingenieur von Samstag (19. Juni) an bis 22. August eine Sonderausstellung. Zeichnungen und Dokumente erläutern die Funktionsweise der Rechenautomaten Z3 und Z4. Aus Anlass des 100. Geburtstags von Konrad Zuse präsentiert die Schau zahlreiche Originaldokumente aus seinem Nachlass, wie Archivleiter Wilhelm Füßl am Donnerstag vor Journalisten erklärte.

Zuse (1910-1995) beschäftigte sich bereits während seines Bauingenieurstudiums mit der Automatisierung von umfangreichen, routinemäßig auszuführenden statischen Rechnungen. Mit seinem "Plankalkül" zeigte er früher als andere einen Weg zur algorithmischen und maschinenunabhängigen Programmiersprache. Sein Rechenautomat Z3 aus dem Jahr 1941 gilt als erster programmierbarer Computer der Welt.

Die Ausstellung dokumentiert die Entwicklung der Rechner und die Verdienste des Erfinders um die Verbreitung des Computers in Deutschland. Die Schau "untersucht aber auch kritisch Zuses Stellung im Nationalsozialismus", so Füßl. So bekam der Wissenschaftler finanzielle Unterstützung von NS-Organisationen und verfasste Notizen, in denen er erwog, seine Rechner für eine "systematische Rassenforschung" zu verwenden.

In der Nachkriegszeit gründete Zuse eine eigene Firma, die auch den ersten Plotter erfand. Aufgrund finanzieller Engpässe musste der Ingenieur in den 60er Jahren aufgeben. Die Firma wurde von der deutschen BBC in Mannheim und schließlich von Siemens übernommen.

Die Ausstellung im Foyer der Museumsbibliothek ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Internet: www.deutsches-museum.de (1129)

(Artikel vom 17.06.2010)