Bundesministerin Aigner wirbt für "Welternährungssicherheitsrat"
Bundesministerin Aigner wirbt für "Welternährungssicherheitsrat"
Kampf gegen Hunger kann nur global gelöst werden - (Wochenendzusammenfassung)
Einen Sicherheitsrat zur Welternährung hat Bundesernährungsministerin Ilse Aigner (CSU) vorgeschlagen. Im globalen Kampf gegen den Hunger sprach sie am Sonntag bei der traditionellen Frühjahrstagung des Politischen Clubs in der Evangelischen Akademie Tutzing für eine engere Zusammenarbeit aus. Einen Wandel in der EU-Agrarpolitik forderte der Direktor für Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung in der EU-Kommission, Klaus-Dieter Borchardt.
Aigner sagte, es müsse eine Art Welternährungssicherheitsrat geben, in dem alle Länder, Organisationen und soziale Gruppierungen gleichberechtigt teilnehmen können. Nur so könne das Millenniumsziel erreicht werden, den Anteil der hungernden Menschen bis zum Jahr 2015 weltweit zu halbieren.
Um eine Trendwende zu erreichen, müsse der Kampf gegen den Hunger global koordiniert werden. Im dafür zuständigen Gremium "World Food Security" (CFS) der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen müssten "alle Teilnehmer an einem Strang ziehen", sagte Aigner. Hier müssten ebenso indigene Völker oder Kleinbauern zu Wort kommen. Ferner müssten die Menschen wirksam vor Vertreibung, Enteignung, Diskriminierung und Korruption geschützt werden.
Borchardt erläuterte, "wir müssen einerseits die Subventionen verringern, die Ausfuhrerstattung abschaffen und die Einfuhrzölle reduzieren und andererseits dafür sorgen, dass wir das Einkommen der Landwirte sichern und problematische Regionen stützen." Eine Massenproduktion von Nahrungsmitteln für die Weltbevölkerung in der EU sei nicht denkbar. Gleichwohl könne die EU die globalen Märkte stabilisieren helfen und mit internationalen Abkommen dafür sorgen, dass es weniger Verzerrungen beim Handel gebe. "Der Schlüssel für jede Veränderung liegt aber in den Ländern selbst", betonte er.
Vor den Gefahren steigender Energiepreise warnte der Leiter der Abteilung für Globale Studien bei der FAO in Genf, Josef Schmidhuber. Global betrachtet reichten die natürlichen Ressourcen wie Land und Wasser für die Ernährung der Weltbevölkerung auch in den nächsten Jahrzehnten aus. Doch erzeugten hohe Energiepreise "einen Mindestpreis für Agrarprodukte", so Schmidhuber. Dies habe massive Auswirkungen auf die Bevölkerung. Um den Hunger zu bekämpfen, müsse weiterhin enorm investiert werden. Vordringlich sei hier die Unterstützung von Kleinbauern. (1196)


