Alpenverein warnt: Berge dürfen nicht zur Kulisse degradiert werden
Alpenverein warnt: Berge dürfen nicht zur Kulisse degradiert werden
Neue Aussichtsplattform "AlpspiX" auf Alpspitze soll am 4. Juli eröffnet werden - (mit Bild)
Der Deutsche Alpenverein hat sich gegen die Eröffnung einer neuen Aussichtsplattform an der oberbayerischen Alpspitze ausgesprochen. Die frei über dem Abgrund schwebende Plattform, die am 4. Juli eröffnet werden soll, sei nur ein Spektakel für Touristen. Die Alpen jedoch dürften "nicht zur Kulisse für touristische Attraktionen degradiert werden", warnte der Alpenverein am Montag in München.
Dass die Gemeinden den Tourismus als wichtigen Wirtschaftszweig fördern wollten, sei nachvollziehbar. Bei neuen Bauwerken müsse aber stets das Erleben der Berge im Vordergrund stehen, hieß es. Gemeinden sollten nicht auf "immer spektakulärere Attraktionen" setzen. "Touristiker müssen wissen, dass Ursprünglichkeit, Authentizität und Naturnähe eine wichtige Rolle spielen bei der Auswahl des Urlaubsziels", erklärte der Alpenverein weiter. Mit rund 815.000 Mitgliedern ist der Verein nach eigenen Angaben der größte Bergsportverband der Welt.
Die Bayerische Zugspitzbahn wirbt im Internet auf ihrer Homepage seit längerem für "Bergerlebnisse der besonderen Art". Die Aussichtsplattform mit dem Namen "AlpspiX" besteht aus zwei Stahlarmen, die frei über dem Abgrund schweben und einen Blick auf das Höllental und die Zugspitze ermöglichen.
Als weiteres Projekt will die Zugspitzbahn im Juli einen kinderwagengerechten "Gipfel-Erlebnisweg" eröffnen, der für eine "Extraportion Adrenalin" sorgen soll. Der Weg führt über einen Gitterrost bis zu einer Glaswand, die eine Sicht auf das Bergpanorama der Zugspitze ermöglicht mit Blick in tausend Meter Tiefe. (1203/b100730)


