Kirchenvorstandswahlen 2006: 2,5 Millionen Protestanten wählen Leitungsgremien

Meldung kurz | epd - Landesdienst Bayern

Kirchenvorstandswahlen 2006: 2,5 Millionen Protestanten wählen Leitungsgremien

Die evangelisch-lutherische Kirche in Bayernhat mit den Vorbereitungen für die nächsten Kirchenvorstandswahlen am 22. Oktober 2006 begonnen. Die Gemeinden müssen bis Juni 2006 die Wählerliste aufstellen und einen Wahlausschuss einsetzen.

In Bayern sind rund 2,5 Millionen Protestanten wahlberechtigt. Sie wählen insgesamt rund 11.500 Kirchenvorsteherinnen und -vorsteher in über 1.500 Gemeinden. Wahlberechtigt ist jedes konfirmierte Kirchenmitglied ab 14, wählbar jedes am Wahltag volljährige Gemeindemitglied.

Vertrauensausschüsse in den Gemeinden sind laut einer "Erstinformation" der Landeskirche ab sofort aufgerufen, Wahlvorschläge zu sammeln und die Wahl vor Ort zu organisieren. Unter dem Slogan "Aufkreuzen für die Gemeinde" hält die Kirchenleitung im Intranet der Landeskirche Informations- und Begleitmaterial für die Wahlen bereit.

Der für jeweils sechs Jahre gewählte evangelische Kirchenvorstand hat auf Ortsebene wesentlich weit reichendere Befugnisse als der katholische Pfarrgemeinderat. Er verfügt über ein Mitspracherecht bei allen Personalentscheidungen inklusive der Besetzung der Pfarrstelle, ist für den Finanzhaushalt verantwortlich und entscheidet über Fragen der Gottesdienstgestaltung. Vorsitzender muss nicht notwendigerweise der jeweilige Gemeindepfarrer sein.

Das Ehrenamt des Kirchenvorstehers geht auf die im Neuen Testament erwähnten "Gemeindeältesten" zurück. In der Apostelgeschichte wird berichtet, dass Paulus und Barnabass auf ihren Missionsreisen in jeder Gemeinde "Älteste" (griechisch: Presbyteroi) einsetzten, die eine kollektive Vorstandschaft bildeten.

Kirchenvorstände in der jetzigen Form gibt es in Bayern seit über 150 Jahren, wobei das Wahlverfahren zunehmend demokratischer wurde. An den letzten Kirchenvorstandswahlen beteiligten sich etwa 20 Prozent der Wahlberechtigten, wobei es ein erhebliches Stadt- Landgefälle gab. Etwa die Hälfte der Kirchenvorstände sind Frauen.

(Artikel vom 12.10.2005)