Lutheraner fordern mehr Engagement gegen Welthunger
Lutheraner fordern mehr Engagement gegen Welthunger
Der Lutherische Weltbund (LWB) hat zum Ende seiner 11. Vollversammlung in Stuttgart an seine 145 Mitgliedskirchen und die Staatengemeinschaft appelliert, mehr gegen Hunger sowie für Klimaschutz und Geschlechtergerechtigkeit zu tun. Die rund 400 Delegierten prangerten am Dienstag in einer Abschlussbotschaft Habgier als Ursache für Ungerechtigkeit an. Der LWB repräsentiert 70 Millionen Christen in 79 Ländern.
In dem Papier warnte die Versammlung, dass das Zeitfenster für eine Reduzierung der Treibhausgase kleiner werde. Die Industriestaaten sollten ihre Kohlendioxid-Emissionen bis zum Jahr 2020 auf 60 Prozent des Niveaus von 1990 zurückfahren, fordern die Delegierten. Christen sollten sich für umweltverträgliche Verkehrsmittel einsetzen.
Scharfe Kritik übte die Vollversammlung an einer mangelnden Ernährungsgerechtigkeit in der Welt. 40 Prozent aller Nahrungsmittel würden nicht gegessen, sondern weggeworfen. Die direkte Unterstützung von Hungernden müsse kombiniert werden mit Entwicklungsarbeit und Bildung. Damit sollen Menschen ermächtigt werden, für ihre eigenen Rechte und ein Leben in Würde zu kämpfen.
Das Thema Geschlechtergerechtigkeit soll nach Ansicht der Delegierten in das Theologiestudium aufgenommen werden. Grundsätzlich sollten die Kirchen ihrer Zeit voraus sein, wenn es darum gehe, Frauen und Männern die Möglichkeit zu geben, ihre Gaben voll zu entwickeln. "Eine neue Rollenverteilung in den Kirchen kann zu einer neuen Rollenverteilung in der Gesellschaft führen", heißt es in der Botschaft.
Die 11. Vollversammlung des LWB stand unter dem Thema "Unser tägliches Brot gib uns heute". Als Abschluss war am Dienstag ein Dankgottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche vorgesehen. Schwerpunkte der Zusammenkunft waren die Wahl des palästinensischen Bischofs Munib A. Younan zum neuen Präsidenten sowie eine Aussöhnung mit der Freikirche der Mennoniten, die im 16. Jahrhundert teilweise blutig verfolgt worden war. (1393)


