Landesbischof Friedrich plädiert für kleinere Schulklassen

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Landesbischof Friedrich plädiert für kleinere Schulklassen

Der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich hat sich für kleinere Schulklassen ausgesprochen. Zu einer individuellen Bildung gehöre die Förderung der Begabungen jedes einzelnen Menschen. In einem Klassenverband mit über 30 Schülerinnen und Schülern sei "eine individuelle Bildung nur schwer möglich", sagte der Bischof in seiner Festrede aus Anlass der Verleihung des Bayerischen Verdienstordens am Donnerstag in München.

Der Schulunterricht dürfe nicht ausschließlich auf die Wissensvermittlung ausgerichtet sein. Zur Bildung gehöre auch "Herzens-, Wesens- und Wertebildung", betonte Friedrich. Junge Menschen müssten lernen, "mit dem Wissen umzugehen und es zum Wohl der Gesellschaft und zum eigenen Wohl" einzusetzen. Ziel der Bildung sollten "gebildete Persönlichkeiten" sein und nicht "Menschen mit einem Maximum an Wissen und Kenntnissen", so der Landesbischof. Dazu seien individuelle Konzepte zur Förderung von Einzelbegabungen nötig.

Friedrich erinnerte in seiner Ansprache an den jungen Theologen Philipp Melanchthon, der 1560 eine Antrittsvorlesung an der Universität Wittenberg hielt über den "Verfall der Wissenschaften". Darin habe dieser gefordert, dass zur Bildung auch ein "Ethos" gehöre. Bildung sei für Melanchthon eine Erziehung zur Mündigkeit, zur Urteilsbildung und zur Selbsterkenntnis. Dieses Recht zu wahren sei auch heute noch wichtig, sagte Friedrich. (1412)

(Artikel vom 29.07.2010)