In Oberfranken Schieflage bei sozialpsychiatrischen Versorgung
In Oberfranken Schieflage bei sozialpsychiatrischen Versorgung
Bei der sozialpsychiatrischen Versorgung ist Oberfranken gegenüber anderen bayerischen Regierungsbezirken deutlich benachteiligt. Auf diese Schieflage hat Professor Günter Rieger (Stuttgart), am Mittwoch anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Diakonie in Bayreuth hingewiesen.
Während in Oberbayern Rieger zufolge auf 35.000 Einwohner eine Fachkraft der Sozialpsychiatrischen Dienste komme, sei das Verhältnis in Schwaben 1 zu 54.000. Den Negativrekord hält Oberfranken mit einem Verhältnis von 1 zu 70.000. In diesem Zusammenhang warnte Rieger vor einer weiteren personellen Ausdünnung der 84 Sozialpsychiatrischen Dienste in Bayern. Nur mit einem Ausbau der ambulanten Versorgung könne die erwünschte Enthospitalisierung der psychisch Kranken erreicht werden.
Nach Beobachtung Riegers leben immer noch viel zu viele psychisch Behinderte in Heimen. Dies komme den Kostenträger teuer zu stehen. Die Sozialpsychiatrischen Dienste seien für eine gemeindenahe, niederschwellige Versorgung geradezu prädestiniert. "Sie sind keineswegs ein Luxus in reichen Zeiten."


