Politik und Kirchen würdigen verstorbenen Grünen-Politiker Daxenberger
Politik und Kirchen würdigen verstorbenen Grünen-Politiker Daxenberger
Auf den Tod des früheren grünen Parteichefs Sepp Daxenberger haben Spitzenvertreter aus Politik und Kirche mit Bestürzung und tiefer Trauer reagiert. Die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler würdigte ihn als einen vorbildlich aufrechten und ehrlichen Politiker. Daxenberger habe sie als einen Mann kennengelernt, "bei dem sich Bodenständigkeit und christliche Weltoffenheit in idealer Weise verbunden haben", erklärte die Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs am Mittwoch in München. Der Generalvikar des Erzbistums München und Freising, Peter Beer, nannte Daxenberger einen engagierten Katholiken und überzeugenden Politiker. Er sei stets um eine Brücke zwischen seiner Kirche und seiner Partei bemüht gewesen.
Daxenberger erlag am Mittwoch im Alter von 48 Jahren seinem schweren Krebsleiden in einem Krankenhaus. Am Sonntag war seine krebskranke Frau Gertrud (49) gestorben. Er war seit 1984 war er für die Grünen 1984 aktiv. Daxenberger war der erste grüne Bürgermeister in seinem oberbayerischen Heimatort Waging. Später wurde er Fraktions- und Landesvorsitzender seiner Partei. Aus gesundheitlichen Gründen zog er sich vor einigen Monaten aus der Politik zurück. Das Ehepaar hinterlässt drei Söhne im Alter von 20, 17 und 12 Jahren.
Der Tod Daxenbergers sei ein großer Verlust für ganz Bayern, erklärten Politiker anderer Parteien. Er sei ein nimmermüder Kämpfer für den Erhalt der Schöpfung gewesen und habe als Streiter für die Demokratie von unten die bayerische Politik mitgeprägt, erinnerte die Landtagsfraktion der Grünen an sein Wirken. Daxenberger habe bewiesen, dass konservativ und weltoffen keine Gegensätze seien.
CSU-Fraktionschef Georg Schmid nannte Daxenberger einen über die Parteigrenzen hinweg äußerst beliebten und angesehenen Kollegen "mit Herz und Verstand". Bayern habe einen Politiker verloren, dessen Markenzeichen Glaubwürdigkeit und Authentizität waren, so die bayerische FDP-Vorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Als Mensch wie als Politiker habe sich Daxenberger durch Ehrlichkeit, Integrität, Glaubwürdigkeit, Wärme, Herzlichkeit und Menschlichkeit ausgezeichnet, ergänzte der stellvertretende bayerische Ministerpräsident und Wirtschaftsminister, Martin Zeil (FDP).
"Wir trauern um einen menschlichen, bodenständigen, zuverlässigen und kämpferischen Kollegen", so der der SPD-Fraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher zum Tode des Grünen-Politikers. Mit Daxenberger verliere die bayerische Landespolitik einen beharrlichen Kämpfer für grüne Interessen und eine herausragende Persönlichkeit. Ihr tiefes Mitgefühl gelte den drei Söhnen und den Eltern, die das Ehepaar Daxenberger hinterlässt. Der Trauergottesdienst findet am Samstag statt. (1499)


