Meeder erweitert sein Friedensmuseum
Meeder erweitert sein Friedensmuseum
Am Sonntag feiert das oberfränkische Friedensdorf sein 359. Friedensdankfest
Das Friedensmuseum im oberfränkischen Meeder (Landkreis Coburg) wird demnächst ein neues Domizil erhalten und ein neues pädagogisches Angebot entwickeln. Dies kündigte der Gemeindepfarrer des oberfränkischen Friedensdorfes, Steffen Lübke, anlässlich des 359. Friedensdankfestes an diesem Sonntag (22. August) gegenüber dem epd an. Meeder ist neben Augsburg der einzige bayerische Ort, der alljährlich des "Westfälischen Friedens" am Ende des Dreißigjährigen Krieges gedenkt.
Das 1982 geschaffene Friedensmuseum, das sogar die Anerkennung der Vereinten Nationen gefunden hat, wird Lübke zufolge im Herbst in die ehemalige Hauptschule des Ortes umziehen. Die Umgestaltung ist gegenwärtig in vollem Gang. In dem Gebäude stehen mehrere ehemalige Schulräume für die Aufnahme der Exponate sowie für Vortragsveranstaltungen zur Verfügung.
"Wir wollen mit unserem pädagogischen Konzept die Kinder von Grundschulklassen und Kindergärten zu einer gewaltfreien Konfliktbewältigung erziehen", so der Pfarrer. Später soll das Angebot auch auf andere Altersgruppen ausgedehnt werden. Geplant ist darüber hinaus mit Fördermitteln der EU ein Zeitzeugenprojekt. Träger des Museums und der Friedensarbeit ist der im Frühjahr neu gegründete Verein "Friedensmuseum Meeder e. V.".
In Meeder wird der Friede seit über dreieinhalb Jahrhunderten nach bewährtem Ritual gefeiert. Am 19. August 1650 hatte der Coburger Herzog Friedrich Wilhelm II. "in sehr volkreicher Versammlung", wie es in einer alten Chronik heißt, das Friedensdankfest im gesamten Fürstentum Coburg verordnet. Inzwischen ist dieser Brauch nur noch in Meeder lebendig geblieben. Die übrigen Gemeinden im Coburger Land beteiligen sich im zehnjährigen Turnus an den Festivitäten, das nächste Mal im kommenden Jahr. (1501)


