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Veröffentlicht auf EPV - Evangelischer Presseverband für Bayern (http://www.epv.de)

Religionswissenschaftler: Buddhismus verändert christliche Kirchen

Religionswissenschaftler: Buddhismus verändert christliche Kirchen

Das Interesse an fernöstlicher Religiosität beeinflusst nach Ansicht des Münchner Religionswissenschaftlers Michael von Brück auch die Kirchen in Deutschland. "Und dies verändert die klassischen Formen des Christentums", sagte Brück in der evangelischen Monatszeitschrift "zeitzeichen" (September-Ausgabe). Auch Pfarrer oder Kirchenvorstände praktizierten buddhistische Meditation. Sie sei längst nicht mehr nur ein Phänomen am Rande der Kirche.

Das Interesse am Buddhismus in der westlichen Welt ist nach Brücks Ansicht mehr als nur ein kurzlebiges Trendphänomen: "Es ist eine große Praxisbewegung, die oft Hand in Hand geht mit einer christlichen Sozialisation und auf diese zurückwirkt." Christen wendeten sich dem Buddhismus zu, weil sie in den Kirchen enttäuschende Erfahrungen gemacht hätten, sagte der evangelische Pfarrer und Zen-Lehrer. Brück empfahl: "Werde Christ durch eine klug geführte buddhistische Meditationspraxis!"

"Viele Menschen suchen eine Wertegemeinschaft, die ihnen hilft, in der Pluralisierung moderner Gesellschaften nicht zu ertrinken, aber ihnen doch Freiheit lässt", erläuterte Brück. Eine Stärke der buddhistischen Gemeinschaft bestehe in dieser Balance zwischen Verbindlichkeit und Freiheit: "Man gehört zu einer Gruppe, aber man muss keine Glaubensbekenntnisse sprechen. Man kann sich soweit einbringen, wie man will." (1559)

(Artikel vom 31.08.2010)

URL:
http://www.epv.de/node/6543