Kreuz und Skulptur erinnern an Dominik Brunner
Gedenkfeiern in München und Ergoldsbach
Zum Gedenken an Dominik Brunner finden an dessen erstem Todestag am Sonntag (12. September) in München und in seinem niederbayerischen Heimatort Ergoldsbach (Landkreis Landshut) Andachten statt. Der 50-jährige Manager war vor einem Jahr am Münchner S-Bahnhof Solln von zwei jugendlichen Schlägern zu Tode geprügelt worden. Die beiden hatten eine Gruppe von Schülern erpressen wollen, vor die sich Brunner schützend stellte. Sein gewaltsamer Tod hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst und zudem eine breite Diskussion um Zivilcourage angeregt. Die beiden Täter sind zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.
Bei der Gedenkfeier am Bahnhof Solln wollen die beiden großen Kirchen ein Kreuz aufstellen. "Es soll ein Symbol der Erinnerung sein", sagte der evangelische Pfarrer Andreas Rickerl, der die Gedenkfeier mitvorbereitet, dem epd. Die Andacht werden der katholische Dekan Andreas Weiger und der evangelische Pfarrer Christian Wendebourg gestalten. Die beiden Seelsorger stünden vor der schwierigen Aufgabe, "Andachts- und Tatort miteinander zu verbinden", so Rickerl. Einerseits sei der S-Bahnhof Solln ein Ort der "unvorstellbaren Gewalt", andererseits ein Ort des Mutes und der Zivilcourage. Das Kreuz, das von Kindern der evangelischen Gemeinde in Solln mitgestaltet wurde, solle so lange an der Stelle bleiben, bis über ein dauerhaftes Denkmal oder eine andere Gedenkstätte entschieden ist.
In Ergoldsbach werden eine Kinderkrippe mit Schülerhort als "Dominik-Brunner-Haus" sowie ein Denkmal für Zivilcourage eingeweiht. Die Skulptur des Künstlers Stefan Rottmeier stellt einen Erwachsenen dar, der seine schützende Hand über ein Kind hält. Diese werde vor dem neuen Gebäude aufgestellt, teilte Bürgermeister Ludwig Robold mit. Zur Einweihung wird auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erwartet. (1580)