Keine Kompensationsgeschäfte mit Gott

Meldung kurz | epd - Landesdienst Bayern

Keine Kompensationsgeschäfte mit Gott

Landesbischof Friedrich am Reformationstag zu protestantischem Profil

Das prägende Profil des Protestantismus ist nach Überzeugung des bayerischen evangelischen Landesbischofs Johannes Friedrich die Freiheit, den eigenen Glauben zu bekennen, die Freiheit des Gewissens und die Freiheit der ungestörten Religionsausübung. Dazu komme ein geregeltes partnerschaftliches Verhältnis von Kirche und Staat, das jenseits von Klerikalismus und Laizismus seinen Ausdruck in Luthers Zwei-Regimenten-Lehre finde, betonte der Bischof am Montagabend bei einem Reformations-Gottesdienst in Aschaffenburg. Das Verhältnis zu anderen Konfessionen und Religionen sei folgerichtig von Toleranz geprägt, die nicht mit Indifferenz verwechselt werden dürfe.

Für Protestanten könne es keine "Kompensationsgeschäfte" mit Gott geben, sagte Friedrich, der auch leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist. Evangelische Christen seien durch den Kreuzestod und die Auferstehung Jesu Christi von jedem Leistungsdenken befreit. Sie könnten sich kein Ansehen bei Gott erarbeiten, sondern dürften seine Liebe als Geschenk empfangen. Gestaltende Kraft ihres Lebens bleibe die biblische Botschaft, die an Aktualität bis heute nichts verloren habe.

(Artikel vom 01.11.2005)