Goldmedaillen und Wolfermanns Sieger-Speer

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Goldmedaillen und Wolfermanns Sieger-Speer

Ausstellung erinnert an die Olympischen Spiele 1972 in München

Einen Schub für die Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018 soll eine Ausstellung über die legendären Sommerspiele 1972 in der bayerischen Landeshauptstadt bringen. In einigen Räumen des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München sind vom 6. Oktober an Original-Erinnerungsstücke an die "heiteren Spiele" im August/September 1972 ausgestellt, die wenige Tage vor ihrem Ende durch den Überfall palästinensischer Terroristen auf die israelische Olympiamannschaft eine schmerzhafte Note bekamen. Die Schau wird bis zum 12. Oktober neben sportlichen Erfolgen und dem Attentat auch die Bewerbung Münchens um die Spiele präsentieren, wie die Veranstalter am Montag vor Journalisten ankündigten.

Das Institut für Bayerische Geschichte an der Münchner Universität und das Haus der Bayerischen Geschichte (Augsburg) haben die Ausstellungsstücke zusammengetragen. Nach einem Aufruf im Frühjahr hätten zahlreiche Münchner ihre Fotos, Filme, Eintrittskarten, Souvenirs und Bücher zur "Olympia-Schau" beigesteuert, hieß es.

"Wir wollen an die besondere Stimmung während dieser Sommerspiele erinnern und damit eine breite Öffentlichkeit für die erneute Bewerbung der Stadt München gewinnen", sagte der Projektleiter der Ausstellung Josef Kirmeier vom Haus der Bayerischen Geschichte. Annähernd eine Milliarde Menschen in aller Welt hätten damals am Bildschirm die Stars der Spiele wie den Rekordschwimmer Mark Spitz, aber auch die junge Bundesrepublik Deutschland als geläuterte Demokratie wahrgenommen.

"Die Münchner Olympischen Spiele waren eine der besten, die je stattgefunden haben", wertet Klaus Wolfermann, Speerwurfsieger von 1972. Die Konzentration der Sportstätten und Athletenunterkünfte im Olympiagelände habe die Sportler aus aller Welt schnell zueinander gebracht.

Wolfermann hat wie andere Olympiasieger von damals seine Goldmedaille der Ausstellung zur Verfügung gestellt, ebenso seinen Sieger-Speer, mit dem er seinem Rivalen und Freund Janis Lusis aus Riga (Lettland/damals Sowjetunion) um ganze zwei Zentimeter die sicher geglaubte Goldmedaille wegnahm. Lusis wird wie andere Spitzensportler bei der Eröffnung der Ausstellung anwesend sein.

Die Ausstellung zeigt laut Organisatoren Höhepunkte der Spiele in Texten, Fotos und Filmaufnahmen. Besonders eingegangen wird auf den Wandel in München und in der deutschen Gesellschaft durch die Schubkraft der Spiele. Die Präsentation hat sich aus dem Lehrbetrieb des Instituts für Bayerische Geschichte entwickelt, das die Olympischen Spiele 1972 in München und ihre Wirkung von Studenten untersuchen ließ. Eine Reihe von ihnen haben die Ausstellung mitgestaltet. (1713)

(Artikel vom 27.09.2010)