Gebet im Schulzimmer
Gebet im Schulzimmer
Die evangelische Lukas-Hauptschule in München eröffnet einen Neubau - (mit Bild)
Von Rieke C. Harmsen (epd)
Wenn früh morgens in der Lukas-Hauptschule in München-Laim der Unterricht beginnt, dann herrscht erst einmal Stille im Klassenzimmer. Leise murmeln Schüler und Lehrer gemeinsam ein Gebet, dann singen sie ein Lied. Wer möchte, kann über Probleme sprechen oder einen Wunsch formulieren. Dann erst beginnt der Unterricht.
Die Hauptschule im Westen der Stadt ist eine evangelische Privatschule. Getreu dem Leitspruch "Leben lernen, Glauben leben" will die Einrichtung, die von einem kirchlichen Trägerverein finanziert wird, den christlichen Glauben im schulischen Alltag erfahrbar machen. Wer meint, diese Art von Frömmigkeit schrecke Jugendliche ab, wird bei einem Besuch schnell eines Besseren belehrt: "Wir können uns vor Anfragen kaum retten", sagt Ingo Resch, der den Trägerverein mitbegründet hat.
Die Schule wurde 1989 gegründet und wächst seither stetig. Im September 2010 konnte nach sieben Jahren Planungs- und Bauzeit ein Neubau bezogen werden: In dem dreistöckigen Gebäude aus roten Klinkersteinen ist Platz für 450 Schülerinnen und Schüler. Die Klassenzimmer sind topmodern eingerichtet mit mobilen Tischen und Tafeln, die Werkräume für Physik und Biologie auf dem neuesten Stand der Technik, es gibt eine Bibliothek und eine große Dreifachturnhalle.
Das christliche Profil der Kirche ist überall sichtbar. "Wir haben junge und motivierte Lehrer, die den Glauben authentisch vorleben", sagt Resch. Das komme bei den Schülern gut an. In der Mittagspause wird ein Gebetskreis angeboten, einmal jährlich gibt es einen "Pray-Day" zum Thema Beten. Auch die Eltern werden gefordert: Einige organisieren Ferienkurse, andere begleiten Lerngruppen zur Prüfungsvorbereitung.
Der Erfolg der Schule schlägt sich auch in den Zahlen nieder, wie ein Vergleich mit statistischen Daten zeigt: Von den rund 60.000 bayerischen Hauptschulabgängern im Schuljahr 2008/09 schafften nur rund 23.000 den "qualifizierten Hauptschulabschluss" - also etwa 38 Prozent. Bei der Lukasschule macht jeder Schüler den Hauptschulabschluss und über 70 Prozent schaffen den "Quali".
Mit der bereits bestehenden Grundschule und der Realschule verfügt die Lukas-Schule über insgesamt 700 Plätze für Schulkinder. Damit zählt die Einrichtung nach Worten von Resch zu den größten Privatschulen in München. Als nächstes Projekt plant der Trägerverein ein evangelisches Gymnasium. "Dafür müssen aber erst mal die Schulden getilgt und weitere Sponsoren gefunden werden", so Resch.
Internet: www.lukas-schule.de (1748/b101240 bis -248


