Kinderbuchautor Paul Maar will mit orientalischer Eulenspiegel-Figur auch für Integration werben

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Kinderbuchautor Paul Maar will mit orientalischer Eulenspiegel-Figur auch für Integration werben

(epd-Gespräch)

Kinderbuchautor Paul Maar will mit seinem neusten Buch "Das fliegende Kamel" "unaufdringliche Werbung für Integration und ein gutes Zusammenleben machen". In seinem neusten Werk widmet sich der inzwischen 72-jährige Schöpfer des Fabelwesens Sams der orientalischen Eulenspiegel-Figur Nasreddin Hodscha. "Die Figur ist wesentlich älter als der europäische Eulenspiegel und diente ihr sogar teilweise als Vorbild", sagte Maar am Dienstag in einem epd-Gespräch. An diesem Donnerstag (18. November) wird die musikalisch-literarische Lesereise zu dem Buch bei Bamberg uraufgeführt.

"Viele türkische Kinder werden sich zum einen freuen, dass endlich auch eine Figur hier in Deutschland bekannt wird, die sie von Zuhause schon kennen", sagte Maar. Zum anderen könne die Figur des Nasreddin Hodscha das Verständnis für andere Kulturen eröffnen. "Ich verwende ja auch ganz spezielle Begriffe, beispielsweise Kaftan", erläuterte der Autor. Diese müsse man vor allem den lesenden oder zuhörenden Kindern erklären. Ungefähr so: "Er trägt einen Kaftan, einen gestreiften Wollmantel?" Auch die Essgewohnheiten aus anderen Ländern spielen im Buch eine Rolle.

Nicht zuletzt hat "Das fliegende Kamel" auch soziakritische Elemente, auch wenn dies "nicht unbedingt meine Intention war", sagte Maar. Er habe einfach "schöne Geschichten mit einer Pointe oder philosophischen Note erzählen" wollen. Aber wenn sich dabei ein sozialkritischer Ansatz ergebe, "habe ich auch nichts dagegen", betonte der gebürtige Schweinfurter. So erzählt Maar nicht nur die überlieferten Geschichten in seine Sprache neu, er versetzt die Figur in einem zweiten Teil auch ins Hier und Jetzt: "Was, wenn Nasreddin Hodscha heute in Berlin-Neukölln leben würde?" (2075)

(Artikel vom 16.11.2010)