Investor kauft kirchliches Würzburger Tagungszentrum "Saalbau Luisengarten"
Investor kauft kirchliches Würzburger Tagungszentrum "Saalbau Luisengarten"
Hotelier übernimmt als Dauermieter den Tagungsbetrieb
Der Verkauf des Würzburger Tagungszentrums "Saalbau Luisengarten" ist perfekt. Die Gesamtkirchengemeinde und das Diakonische Werk Würzburg trennen sich wie geplant von der innenstadtnahen Immobilie, wie der Würzburger Dekan Günter Breitenbach am Donnerstag dem epd sagte: "In dieser Woche sind alle Verträge unterschrieben worden." Käufer sei eine private Investmentgruppe aus dem Nürnberger Raum, die namentlich nicht genannt werden will. Auch über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Der Tagungsbetrieb wird zum 1. Januar von einem neuen Tochterunternehmen des Würzburger Hotels "Rebstock" übernommen.
Voraussetzung für den Verkauf war nach Angaben Breitenbachs, dass sowohl die Gaststätte als auch die Wohnungen sowie die Tagungsstätte in dem Gebäudekomplex vermietet sind. Mit dem Würzburger Hotelier Christoph Unckell habe man einen herausragenden Experten als Mieter für das Veranstaltungszentrum "Saalbau Luisengarten" gewinnen können. "Wir sind erleichtert, dass der Betrieb im Saalbau, der für die Stadt und ihr Kulturleben so wichtig ist, auch in Zukunft sichergestellt ist", sagte Breitenbach. Alle bisherigen Buchungen blieben trotz des Besitzer- und Pächterwechsels bestehen, der Betrieb soll wie gehabt fortgeführt werden, auch das Personal werde übernommen.
Der Luisengarten hatte in den vergangenen Jahren eine bewegte Geschichte. 2004 wurde die Immobilie von Gesamtkirchengemeinde und Diakonischem Werk vom Evangelischen Arbeiterverein EAV übernommen. Der EAV hatte sich mit der 3,2 Millionen Euro teuren Modernisierung der Immobilie im Jahr 2002 finanziell übernommen. Durch die Gründung der "Saalbau Luisengarten GmbH" und einer Finanzspritze der neuen Eigentümer konnte ein Verkauf unter Wert vermieden werden. Inzwischen ist der Saalbau in Würzburg ein gefragter Veranstaltungsort für Konferenzen, Tagungen, Lesungen und kirchliche Veranstaltungen. Die Immobilie war die mit Abstand größte evangelische Tagungsstätte Würzburgs.
Breitenbach sagte, Kirche und Diakonie hätten den Saalbau auch weiterhin gerne gehalten. Zwei wichtige selbst gesteckte Ziele seien seit 2004 jedoch nicht erreicht worden. So habe man die Bauschulden nicht wie gewünscht abbauen können, zum anderen habe man den Saalbau kaum noch für Kirche und Diakonie nutzen können. "Wir mussten ihn dauernd vermieten, damit sich der Betrieb rechnet", sagte Breitenbach. Dieses Dilemma wäre nur mit Zuschüssen der Landeskirche zu lösen gewesen. Diese seien auch beantragt, jedoch nicht bewilligt worden. Deswegen sei der weitere Verbleib der Immobilie in kirchlicher Hand nicht mehr zielführend gewesen. "Wir können die nun frei werdenden Gelder wieder für unsere eigentlichen kirchlichen und diakonischen Aufgaben verwenden", erläuterte Breitenbach. (2093)


