"Investition in die Menschlichkeit"
"Investition in die Menschlichkeit"
Regionalbischöfin errichtete Seelsorgestiftung Oberfranken
Die Seelsorgestiftung Oberfranken ist am Wochenende von der Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner offiziell errichtet worden. Als eine kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts soll sie dem wachsenden Bedarf an Seelsorge in der Gesellschaft gerecht werden- als eine "Investition in die Menschlichkeit", sagte Greiner.
In einem Festgottesdienst in der Bayreuther Erlöserkirche wies die Regionalbischöfin auf die schwindende Stabilität und Belastbarkeit der Familien hin sowie auf die immer schnelleren und komplexeren Abläufe in der Gesellschaft. "Es ist zu wenig, an die Selbstheilungskräfte zu glauben- es braucht Menschen für Menschen", betonte Greiner.
Seelsorger und Seelsorgerinnen wüssten, dass sie nicht die eigentliche Heilungsinstanz seien. Zur Seelsorge gehörten Bescheidenheit, Gewissheit und Fröhlichkeit. "Wir Christen glauben an die Heilungskräfte des Heilands, der die Widerstandskraft der Seele stärkt- gegen die Unmenschlichkeit in unserer Gesellschaft."
Die Stiftung hat Greiner zufolge in erster Linie die Förderung der Telefonseelsorge im Fokus, daneben aber auch alle anderen Bereiche der Seelsorge in den Gemeinden, im Krankenhaus, in der Justizvollzugsanstalt und bei Unfällen. Als Beispiel führte sie an, wie hilfreich Beten und Segnen für Rettungskräfte bei Noteinsätzen sei. Konkret ging sie auf den Tod eines jungen Menschen auf dem Bahngleis ein. "Wie dankbar war die Mutter, dass über die menschlichen Überreste ihres Sohnes ein Segen gesprochen wurde."
Die Stiftung, für die bereits ein finanzieller Grundstock von über 100.000 Euro gelegt ist, trägt als Präambel den Heilungsruf aus dem Matthäus-Evangelium: "Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken." Die Stiftung ist als "Leuchtturmprojekt" gedacht und in der Landeskirche ohne Beispiel. Laut Werbefaltblatt ist sie "langfristig und ökumenisch" ausgerichtet. (2113)


