Fußballer Lahm macht sich stark für Kunst behinderter Menschen

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Fußballer Lahm macht sich stark für Kunst behinderter Menschen

Fußballnationalspieler Philipp Lahm schätzt Kunstwerke geistigbehinderter Menschen. "Das sind faszinierende Gemälde" und Bilder, sagte Lahm am Dienstag bei einem Besuch der Euward-Kunstschau in München mit Malereien und Grafiken geistig-behinderter Künstler aus acht Ländern.

Begeistert zeigte sich der Fußballprofi, "wie genau und klein" die behinderten Künstler zum Teil zeichneten. "Die Kunstwerke faszinieren mich", gestand Lahm offen. Jeder von ihnen drücke in den Arbeiten seine Leidenschaft aus und "wovon er träumt, was er sein möchte": zum Beispiel eine Meerjungfrau. Besonders intensiv schaute sich Lahm die Fußballer-Porträts des Luxemburger Carlo Weiterheimer an.

Das habe er so nicht erwartet, sagte Lahm. "Ob ein Maler eine kleine Behinderung habe oder nicht, macht auch keinen Unterschied", fügte der 27-Jährige hinzu, der sich selbst mit einer eigenen Stiftung für Sport und Bildund sozial engagiert. Für den Betrachter der Arbeiten sei dies nicht zu erkennen.

Als "Promi" will Lahm will dazu beitragen, auf die Kunst geistig-behinderter Menschen aufmerksam zu machen. "Ich helfe gern, soweit ich dies tun kann." Die Euward-Kunstausstellung im Münchner Haus der Kunst nannte er eine wichtige Plattform, "bei der Menschen zeigen können, wie sie sind." Die Schau zeigt noch bis zum 9. Januar die Werke der diesjährigen Preisträger und nominierten Künstler des Europäischen Kunstpreises für Malerei und Grafik von Menschen mit geistiger Behinderung.

Die in München ausgestellten Werke geistig-behinderter Künstler seien international wettbewerbsfähig, sagte Pfarrer Markus Rückert, Vorsitzender der Augustinum-Stiftung, die alle drei Jahre auch den Euward-Kunstpreis verleiht. Was wir hier gezeigt werde, "habe Champpions League-Charakter" sagte er. Die Augustinum-Gruppe betreibt nach eigenen Angaben bundesweit 22 Seniorenheime, eine Fachklinik für Innere Medizin, Schulen sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen.

Internet: www.euward.de (2188)

(Artikel vom 30.11.2010)