Deutscher Menschenrechtsfilmpreis vergeben

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Deutscher Menschenrechtsfilmpreis vergeben

Dokumentarfilm "Iran Elections 2009 erhält Auszeichnung

Der Dokumentarfilm "Iran Elections 2009" hat in Nürnberg den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis erhalten. Die Jury zeichnete die Collage des deutschen Regisseurs mit iranischen Wurzeln, Ali Ahadi Samadi, aus. Die Produktion für WDR und Arte besteht aus Fundstücken aus dem Internet, Videosequenzen und Textfragmenten, die die dramatischen Wochen des iranischen Wahljahrs 2009 nachzeichnen.

Der Regisseur hatte für seinen Film Interviews mit Exil-Iranern wie der Friedensnobelpreisträgerin von 2003, Shirin Ebadi, geführt. Weil die derzeitige Situation im Iran es verbietet, reale Figuren zu zeigen, erzählen bei Samadi animierte Figuren. Vieles in dem Film sei traurig und erschütternd, vieles aber auch kämpferisch und anklagend, urteilte die Jury.

Mit der Verleihung des Menschenrechtsfilmpreises in der Kategorie "Magazinbeitrag" wolle die Jury "investigativen, tiefgründigen Journalismus" unterstützen. Preisträger in dieser Kategorie sind Markus Zeidler und Markus Schmidt, die für das Magazin "Monitor" (WDR) recherchiert hatten, dass im August 2002 vor den Toren Kabuls zehn entlaufene afghanischen Kriegsgefangene erschossen worden waren. Die Journalisten waren der Frage nachgegangen, was niederländische und deutsche Soldaten über den Vorfall wussten.

"Rückkehr ins Elend" ist der Titel des in der Kategorie "Bildung" ausgezeichneten Beitrags. Martina Morawietz erhielt den Filmpreis für ihre ZDF-Reportage über die Abschiebung der Roma in den Kosovo. Der Amateurpreis ging an den türkischstämmigen Güclü Yaman für seinen Kurzfilm "Reise ohne Rückkehr". Darin zeige er die Abschiebung eines Flüchtlings vom Frankfurter Flughafen: In Form einer "sachlichen Verfilmung eines Protokoll" schildere Yaman Unerträgliches, so die Jury.

"Talleres Clandestinos" ("Geheime Werkstätten") von Catalina Molina wurde in der Kategorie "Filmhochschule" ausgezeichnet. Der Kurzfilm zeigt ein modernes Sklavenschicksal. Eine bolivianischen Näherin sucht in Argentinien ihr Glück, findet sich aber unter ausbeuterischen Bedingungen wieder.

Seit 1998 wird der Menschenrechts-Filmpreis in zweijährigem Turnus in den fünf Kategorien Profis, Amateure, Filmhochschule, Kurzfilme und Magazinbeiträge vergeben. Den Preis loben 16 Menschenrechtsorganisationen aus, darunter amnesty international, die deutsche UNESCO-Kommission und das katholische Missionswerk missio. Die Federführung liegt bei der Evangelischen Medienzentrale Bayern. (2218)

(Artikel vom 03.12.2010)