Bären-Krippen findet Marga Beckstein "daneben"

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Bären-Krippen findet Marga Beckstein "daneben"

Auch katholischer Pfarrer wettert gegen tierische Weihnachtsdarstellung

Bären und Elche als "Heilige Familie" in Weihnachtskrippen werden derzeit im Internet, in Versandhauskatalogen und Geschäften angeboten. Immer mehr Menschen sind sie allerdings ein Dorn im Auge. Zu den Kritikern gehört Marga Beckstein, die Frau des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU).

Es sei "am Rande der Geschmacklosigkeit", wenn Eisbär-Engelchen und Elchkühe beim Weihnachtsgeschehen dabei seien, sagte Beckstein am Mittwoch dem epd. Sie glaube, es sei Gedankenlosigkeit, wenn Menschen diese Dekorationsartikel kauften. Für das aktuelle Mitteilungsblatt ihrer Kirchengemeinde Nürnberg-Langwasser hat sie in einen Kommentar geschrieben, in dem sie Tierkrippen als "völlig daneben" bezeichnet.

Ein erbitterter Gegner der tierischen Darstellungen der Geburt Jesu ist auch der katholische Pfarrer von Schwaig bei Nürnberg, Joachim Lindner. Er halte es für unmöglich, "wenn der Sohn Gottes auf ein Tier reduziert wird", sagte er dem epd. "Ich bin doch nicht durch ein Kalb am Kreuz erlöst worden", sagte der Pfarrer. Man dürfe beim Niedlichen nicht mit dem Denken aufhören. Er frage sich auch aus pädagogischer Sicht, wie Eltern ihren Kindern erklären wollen, dass Gott Mensch geworden sei, wenn in der Krippe ein Eisbärenkind liege.

Seit Lindner seine Kritik an den tierischen Weihnachtskrippen in der Lokalzeitung öffentlich gemacht hat, erhalte er zustimmende Post, "aber auch sehr viel böse Reaktionen von Tierschützern". Sie werfen der Kirche vor, sie lasse es zu, dass zum christlichen Fest, Gänse und Karpfen in den Kochtopf wanderten. "Aber das ist doch ein anderes Thema", verteidigte Lindner seine Meinung. Ihm gehe es darum, dass keine Religion zur Dekoration tauge. Er würde genauso Buddha-Figuren in Form eines Aschenbechers ablehnen. (2299)

(Artikel vom 15.12.2010)