Glocken läuteten für die Opfer der Flut-Katastrophe

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Glocken läuteten für die Opfer der Flut-Katastrophe

Kirchliche Einrichtungen beteiligten sich an Schweigeminuten

Kirchengemeinden und kirchliche Dienststellen in Bayern haben sich am Mittwoch um 12 Uhr am europaweiten Schweigegedenken für die Opfer der Flut-Katastrophe in Asien beteiligt. Auch im bayerischen Landeskirchenamt in München ruhte die Arbeit. Einzelne evangelische Dekanate wie München, Ingolstadt und Weiden hatten zum Läuten der Kirchenglocken aufgerufen.

Die Münchner Stadtdekanin Barbara Kittelberger versammelte sich mit Mitarbeitern des Dekanats und Passanten in der Dekanskirche St. Markus. Gemeinsam zündeten sie Kerzen an und gedachten der Opfer. Kittelberger hatte sich am Tag zuvor an der Notfallseelsorge auf dem Münchner Flughafen beteiligt. Wie Kittelberger erklärte, bringt die evangelische Kirche in München ihre psychologischen Beratungsdienste und die Klinikseelsorge in das Netz zur Nachbetreuung von Flut-Opfern und ihren Verwandten ein.

Der Aufruf zu Spenden in den Sylvester- und Neujahrsgottesdiensten habe ein erfreuliches Echo gefunden, berichtet Kittelberger. So habe beispielsweise in der Dekanskirche St. Markus etwa der doppelte Betrag der üblichen Einlagen in den Klingelbeuteln gelegen.

Der europaweite Aufruf zu Gedenkminuten für die Flut-Opfer ist in der bayerischen Landeshauptstadt München weitgehend beachtet worden. Der öffentliche Nahverkehr und die Züge auf den Bahnhöfen standen in dieser Zeit still. Das war vorher den Fahrgästen mit der Bitte, die Gedenkminute zu beachten, durch Ansagen mitgeteilt worden. Am Münchner Hauptbahnhof verließen Punkt 12 Uhr die Taxifahrer ihre Autos und standen drei Minuten in schweigendem Gedenken. Der Privatsender Antenne Bayern unterbrach sein Programm und sendete drei Minuten klassische Musik.

Die Landeshauptstadt München hat sich wie andere Spender dazu entschlossen, nicht nur kurzfristig Not zu lindern, sondern ein längerfristiges Hilfs- und Entwicklungsprojekte in der Katastrophenregion zu fördern. In der von der Flut völlig zerstörten Stadt Batticaloa in Sri Lanka, mit der München bereits eine kommunale Zusammenarbeit im Rahmen eines EU-Umweltprojektes unterhält, wird zunächst medizinische Hilfe geleistet und mittelfristig werden Wiederaufbaumaßnahmen unterstützt und Patenschaften für Waisenkinder vermittelt.

(Artikel vom 05.01.2005)